Konrad Beikircher: Darum ist es am Rhein so schön

Von: ehg
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Brillant: Konrad Beikircher wurde bei seinen Ergüssen über Lieder von Wein, Weib und Gesang unter anderem begleitet Martin Wagner am Akkordeon und Hanns Höhn am Kontrabass. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „...und singt ein Lied dabei”. Mit dieser berühmten Zeile aus dem Gedicht „Die Lore-Ley” des in Düsseldorf geborenen Dichters Heinrich Heine stieß die rheinische Frohnatur mit Südtiroler Wurzeln, Konrad Beikircher, auf der Burg Wilhelmstein die Tür zu einem Rheinliederabend der ihm eigenen Art weit auf.

Dabei stimmten die begeisterten Zuhörer trotz empfindlicher Kühle mehr als einmal ein Rheinlied - auch unaufgefordert - mit ihm an, nachdem er zuvor hintersinnig und lustig zugleich nachgezeichnet hatte, was der Rhein im Laufe seiner Geschichte so alles hatte über sich ergehen lassen.

Sein Streifzug ging aber nur bis kurz vor Düsseldorf, wobei die Einwohner der Landeshauptstadt gnadenlos, aber nie verletzend, immer wieder ihr Fett abbekamen. Beikircher hatte die herzhaften Lacher seiner aufmerksamen Zuhörer auf seiner Seite. Schade war nur, dass sein erneutes Gastspiel auf der Burg nicht die Resonanz fand wie alle seine voraufgegangenen. Das Wetter allein konnte nicht Schuld sein, wie auch Programmgestalter Uli Pesch meinte.

Obwohl man Dinge, mit denen man aufgewachsen ist, nicht hinterfragt, ging Beikircher ihnen in seinem kabarettistischen Streifzug historisch tief auf den Grund. Was er dabei in verschiedenen Dialekten und auch Sprachen hervor förderte, verleitete die Zuhörer nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum lauthalsen Lachen, verbunden bei lautstarken Beifallsbekundungen.

Als Meister geistreicher Wortspielereien trumpfte er zwischendurch auch mit spritzigen Kalauern auf. Auf der Suche nach dem Land der schönen Poesie machte er dort, wo der Rhein am schönsten ist, mit einem Lied des Schwaben Georg Schmidt Station. Obwohl es immer „derselbe Driss” ist, machte es Beikircher einen riesigen Spaß, die so oft - auch von Touristen - geschmetterten Rheinlieder inhaltlich auf den Kopf zu stellen.

Dabei veranschaulichte er, dass jedes Rheinlied drei Zutaten hat: Wein, Rhein und Mägdelein. Schöne Frauen beim Wein, daran hatten selbst die Römer zu ihrer Zeit ihren Gefallen gefunden. Beikircher führt eine Lektion Geschichte immer im Gepäck mit sich. Sein römisches Legionärslied hatte durchschlagende Wirkung. Das Publikum kugelte sich vor Lachen.

„Warum ist es am Rhein so schön?” Diese Frage beantwortete er nicht minder fesselnd im Stile eines singenden russischen Kosaken. Konrad Beikircher ein Entertainer par excellence! Es hätte etwas im Programm gefehlt, wenn er sich nicht dem größten Sohn des Rheinlandes, „uns Ludwig (van Beethoven)”, gewidmet hätte. Aus lauter Heimweh komponierte er „unter Fehleinschätzung der Marktlage” in Wien Rheinlieder. Heraus sprang am Ende eine Klaviersonate. Und daraus wurde, wie rheinische Musikwissenschaftler herausfanden, „Einmal am Rhein”.

Der Kabarettist der alten Schule griff vor lauter Hochachtung selbst zur Geige. Auf seiner Rundreise wurde er begleitet von grandiosen Musikern wie Matthias Raue (Geige, Bratsche, Gitarre, Mandoline, Gesang), Martin Wagner (Akkordeon vom Feinsten) und Hanns Höhn (Kontrabass). Am Ende des Abends, der eine Hommage an das „richtige” Rheinlied und damit zugleich an das Rheinland war, zeigte sich, dass es im Rheinland auch wunderbare und echte Heimatlieder gibt. „Man muss sie nur etwas leiser als gewohnt singen, dann stimmt et!”
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