Kommunaler Taubenschlag macht Schule

Von: Yannick Longerich
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Die Tauben selbst sind keine „Wildtiere“, sondern vielfach domestizierte Haustiere, beispielsweise aus dem Brieftaubensport. Symbolbild: imago/blickwinkel

Herzogenrath. Dass der Ruf der Taube im Stadtbild arg ramponiert ist, dürfte niemanden verwundern. Verunreinigungen durch Vogelkot, wilde Vogelnester an Fassaden und eine unübersichtliche Population – das Problem macht auch nicht vor Herzogenrath halt.

Engagierte Tierschützer haben sich in der Nachbarkommune Würselen bereits 2008 der Situation angenommen und in Kooperation mit der Stadt das „Stadttaubenprojekt Würselen“ ins Leben gerufen.

Bereits 2009 wurden erste Kontakte auch nach Herzogenrath aufgenommen. Vor dem Umwelt- und Planungsausschuss stellte Dr. Renate Knauf (Grüne) das Projekt nun vor und warb für die Errichtung eines eigenen kommunalen Taubenschlags. Der Rat beschloss einstimmig, die Verwaltung mit der Suche nach einem geeigneten Standort im Stadtgebiet zu beauftragen.

Ein Taubenschlag, wie er bereits im Dachgeschoss des Alten Rathauses Würselen existiert, helfe laut Knauf dabei, innerhalb kurzer Zeit die Population tierschutzgerecht zu regulieren. Die Eier in den bereitgestellten Nistkästen werden gegen Gipsattrappen ausgetauscht. Auch verletzte und kranke Tiere werden versorgt. Besonders die Verunreinigung des Stadtbildes durch Vogelkot würde drastisch verringert, die Hinterlassenschaften sammeln sich hauptsächlich auf dem Boden des Schlags und sind einfach zu entfernen.

Die Tauben selbst sind keine „Wildtiere“, sondern vielfach domestizierte Haustiere, beispielsweise aus dem Brieftaubensport. Dies hat zur Folge, dass die Tiere unabhängig von Witterung oder Futterlage nisten und somit anfälliger für Krankheiten sind. Viele Tiere bleiben bei der Futtersuche auf den Menschen angewiesen. „Fütterungsverbote oder gar vergiftetes Futter sind grausame Praktiken, mit denen man der Problematik in keiner Weise Herr wird“, mahnte Knauf.

Sobald die Herzogenrather Verwaltung bei ihrer Standortsuche fündig geworden ist, wird der Ausschuss darüber entscheiden, ob Projektplanung und Kooperation durch die Mitarbeiter des Stadttaubenkonzepts erfolgen soll. Das Konzept wird bereits landes- wie bundesweit vielfach umgesetzt und vom Land entsprechend gefördert.

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