Nordkreis - Kommentiert: Von idiotischem Vandalismus und ideologischer Verblendung

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Kommentiert: Von idiotischem Vandalismus und ideologischer Verblendung

Ein Kommentar von Karl Stüber

Die Frage, was in den Köpfen mancher vorgeht, stellt sich nicht nur bei Terroranschlägen wie jetzt auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin.

Wer mit Steinen die Scheibe des Hausmeisterbüros am Gymnasium Würselen einzuwerfen versucht und dabei billigend in Kauf nimmt, dass der Angestellte der Stadt verletzt wird – was nur durch großes Glück nicht geschah –, lässt am Verstand der Täter zweifeln. Den zwei Anschlägen liegen natürlich vollkommen unterschiedliche Motive zugrunde.

Idiotischer Vandalismus hat mit ideologischer Verblendung nichts zu tun. Gemeinsam ist ihnen jedoch das Fehlen von Empathie anderen gegenüber. Wie verbringen solche Leute Weihnachten oder Feste anderer Religionen ruhigen Gewissens? Mag sein, dass einem nichts mehr sicher erscheint. Aber sicher bleibt, dass Unsicherheit, ja Angst genau das ist, was verblendete Weltveränderer erreichen wollen. So ist es vollkommen richtig, dass die Macher von Weihnachtsmärkten im Nordkreis und Verantwortliche in den Städten Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen weiter Veranstaltungen organisieren wollen.

Ja, Terror könnte jederzeit und überall geschehen – und menschenverachtender Vandalismus. Wie zum Beispiel im Vorfeld des Weihnachtsmarktes in Alsdorf, als Unbekannte Böller warfen, so dass ein Organisator nach einem ohrenbetäubenden Knall einen Arzt aufsuchen musste. Öffentliche, also frei zugängliche Räume beschränken sich nicht nur auf Feste und Märkte. Öffentlicher Raum sind ebenso Straßen und Wege, Plätze zum Verweilen wie Parks, Sportanlagen und vieles andere mehr.

Die permanente Einladung, sich frei zu bewegen, muss leider verstärkt mit mehr (sozialer) Kontrolle einhergehen. Das ist natürlich auch Thema im Nordkreis. Bei jeder Sanierungsmaßnahme, bei jeder Umwandlung von Brachen in Baugebiete, jedem Straßenprojekt und Neubauvorhaben geht es bei der Konzeption um das rechte Maß von Vertrauen und Achtsamkeit.

Klar, lichtspendende Lampen, Einblick gewährende Überwachungskameras und Runden drehende Sicherheitskräfte können die Risiken für potenzielle Täter erhöhen und für alle übrigen senken, aber das perfekte Rezept gibt es nicht. So, nun sind noch letzte Besorgungen zu machen. Und dann gilt die ganze (Für)Sorge der Familie.

Frohe Weihnachten!

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