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Kommentiert: Seltsames Verhalten und ein Verdacht

Ein Kommentar von Karl Stüber

Die Diskussion über die fehlenden Jahresabschlüsse der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen ist differenziert zu bewerten.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Technik- und Bauen, der Grüne Bernd Parschmann, sagte mit Recht, dass man doch nun zu einem Ende kommen und eine Entlastung für das Jahr 2007 erteilen sollte, weil nach all‘ der Zeit keine Klarheit mehr geschaffen werden könne. Das Thema Gedächtnis verdient es dennoch, darüber einmal etwas länger nachzudenken.

Und über die Frage, wer Verantwortung trägt und sie nicht wahrgenommen hat. Wissen und Gewissen haben viel miteinander zu tun, aber das Bestreiten von Wissen führt nicht automatisch zu einem reinen Gewissen. Es ist – gelinde formuliert – äußerst merkwürdig, einem nicht mehr im Amt befindlichen Geschäftsführer alles Wissen und damit die ganze Verantwortung zuzuschustern. Es ist kühn, wenn die Stadtverwaltung sagt, es sei unbekannt gewesen, „dass ein derart hoher Fehlbetrag entstanden ist“.

Nicht gewusst zu haben, dass dieser Fehlbetrag vornehmlich entstanden war, weil die Kommune Leistungen nicht bezahlen musste, ist merkwürdig. Der normalsterbliche Bürger dürfte hier der Kommune entgegenhalten: Wer einen Handwerker beauftragt hat, weiß, dass da eine Rechnung kommt und freut sich zumindest darüber, dass der Mann keine Rechnung schreibt oder Einzelposten vergessen hat. Normalerweise überweist die Stadt Jahr für Jahr der KDW einen Pauschalbetrag, der sich am Lastenheft orientiert.

Was zusätzlich an Leistungen eingefordert wird, muss extra bezahlt werden. Eigentlich! Wurde dieses Lastenheft nicht den sich wandelnden Aufgaben angepasst? War es etwa so, dass es seitens der Stadt über all‘ die Jahre außer der Reihe immer wieder hieß, KDW mach‘ mal hier und mach‘ mal da? Wurde nicht schon mal gesagt, dass das Ganze möglichst billig sein soll?

Zog die Kommune aus dem Unterlassen der KDW, Leistungen in Rechnung zu stellen, nicht über Jahre eine finanzielle Entlastung – zumindest bis jetzt? Was wurde noch alles nicht abgerechnet und bleibt nun unaufgeklärt und unbezahlt? Fiel es deshalb Fachausschuss und Stadtrat auch leichter, nur die Rolle des Zuschauers zu spielen, der sich als Kontrolleur nicht angesprochen fühlte?

Dass sich der Verdacht aufdrängt,haben sich die Verantwortlichen mit ihrem seltsamen Verhalten selbst eingeschenkt.

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