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Kommentiert: Not der Kommunen erzeugt sozialen Sprengstoff

Ein Kommentar von Karl Stüber

Es ist bitter, dass die Stadt Würselen nun ausgerechnet diejenigen zusammenrücken lässt, die selber – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen: von Obdachlosigkeit Bedrohte, die in einer Gemeinschaftsunterkunft leben.

Dass diese nun Platz machen müssen für andere, die ebenfalls in einer Notlage sind, birgt sozialen Sprengstoff und droht denjenigen in die Hände zu spielen, die aus reiner Ausländerfeindlichkeit und ideologischen Gründen Flüchtlinge ablehnen. Sind denn wirklich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft? Auf den ersten Blick betrachtet muss die Antwort nein lauten. Es gibt in Würselen eine zunehmende Zahl leer stehender Geschäftsräume und ehemalige Firmenkomplexe. Zudem wächst die Zahl ungenutzter Privathäuser, die aus der Zeit des Bergbaus stammen und nach dem Ableben der Bewohner für junge Familien wenig attraktiv erscheinen, da sie recht kleine Zimmer haben.

Doch die Kommune kann über diese Räume nicht einfach verfügen. Aber es gibt noch Sporthallen. Da will man offenbar Vereine und Schulen nicht verprellen. Schließlich muss ja auch noch das „normale“ Leben weitergehen. Indes besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Asylbewerber in Hotels unterzubringen. Das ist teuer. Deshalb setzt die Kommune jetzt auf den Kauf von leerstehendem Wohnraum, was aber nicht von heute auf morgen geht. Zumal die verstärkte Nachfrage den Preis nach oben treibt. Wohin also mit den Schutzbedürftigen? Die Willkommenskultur in Würselen ist zum Glück sehr ausgeprägt.

Das haben viele Bürger nachhaltig unter Beweis gestellt. Nun ist Mut zur eigenen Einschränkung gefragt. Wie steht es um die Bereitstellung von Vereins- und Pfarrheimen? Welche Firma kann eine ungenutzte Lagerhalle beisteuern? Welcher Landwirt kann aushelfen? Die Martinszüge stehen an und das Teilen des Mantels wird besungen. Krippenbauer werden bald ihre Werke installieren. Das Motiv: Bekanntlich suchte ja mal ein Mann mit seiner hochschwangeren Frau Zuflucht... Die Stadt Würselen und die anderen Kommunen im Nordkreis wären für Hinweise und Unterstützung bei der Unterbringung von Asylbewerbern aus der Bevölkerung sicher dankbar. Aber auch dies würde nicht ausreichen. Es ist verständlich, dass Bürgermeister Alarm schlagen und Bundeskanzlerin Angela Merkel angeschrieben haben. Die Kommunen müssen entlastet, der Zuzug von Flüchtlingen kontrolliert und geordnet werden.

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