Kommentiert: Es geht um Menschen und die Sache

Von: Karl Stüber
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Foto: Walter Schmühl

Nordkreis. Der Pulverdampf des Landtagswahlkampfes hat sich verzogen. Die Plakate der Kandidaten hängen vergessen im Regen. Es bleibt bei zwei Landtagsabgeordneten, die der Nordkreis nach Düsseldorf schickt. Allerdings hat sich die personelle Zusammenstellung geändert.

Neben SPD-Frau Eva-Maria Voigt-Küppers mischt jetzt der Liberale Dr. Werner Pfeil (beide aus Würselen) am Rhein mit. CDU-Mann Hendrik Schmitz hat – wider Willen – zunächst einmal mehr Zeit für den landwirtschaftlichen Betrieb in Baesweiler. Aber damit dürfte seine politische Karriere nicht beendet sein. Kommt es zur Bildung einer schwarz-gelben Regierung, werden nach dem Ende von Rot-Grün eine Reihe von Funktionen mit Getreuen neu zu besetzen sein. Das macht jede Mehrheitskonstellation so. Das bietet auch Schmitz Chancen, um die Zeit bis zu einer weiteren Kandidatur für ein Mandat als loyaler Zuarbeiter zu nutzen. Es ist Zeit, wieder zum Arbeitsmodus zurückzukehren, muss es doch in der Politik um die Menschen und die Sache gehen. Das gilt auch für Würselen.

Dort könnte die endlich festzustellende Dynamik in der Stadtentwicklung einen argen Dämpfer erhalten. Im Disput um Sportstätten hat Bürgermeister Arno Nelles (SPD) einen Stein ins Wasser geworfen, dessen kreisförmige Wellen zu einem politischen Tsunami werden könnten. Der von Nelles dem Stadtrat vorgeschlagene Bürgerentscheid über das Projekt Sportpark am Aquana wirkt auf den ersten Blick basisdemokratisch, könnte aber auch als Abschieben von politischer Verantwortung auf die Bürgerschaft gedeutet werden. Die SPD findet den Vorschlag gut, die CDU nicht. Es wäre jedoch zu kurz gedacht, würde die große Koalition im Stadtrat daran zerbrechen. Gerade in unsicher werdenden Zeiten kommt den (immer noch) großen Volksparteien besondere Verantwortung zu.

Die Menschen sehnen sich nach Verlässlichkeit – gerade in ihrem direkten Umfeld angesichts wachsender Irrationalität weltweit. Sicherlich ginge in Würselen nicht die Welt unter, wenn nach Ende der großen Koalition zu den einzelnen Sachentscheidungen im Stadtrat „frei“ Mehrheiten gefunden werden müssen. Das würde die Verwaltung stärken, was vielleicht dem Bürgermeister leichter gemacht hat, den Sprengstoff bietenden Bürgerentscheid vorzuschlagen. Allerdings könnte die Verbitterung der Kontrahenten noch lange nachwirken. Die Gefahr ist groß, sich gegenseitig auflaufen zu lassen. Schaden nehmen würde Würselen. Das können SPD und CDU nicht wollen.

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