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Kommentiert: Aus Fehlern lernen

Ein Kommentar von Karl Stüber

Wer ist schuld an der Kostenexplosion bei der Bewirtschaftung und Pflege der Friedhöfe? Die Beantwortung dieser Frage interessiert Bürger und Wahlberechtigte sehr. Dabei geht es nicht nur um die Frage, warum die Friedhöfe in einem so schlechten Zustand waren oder noch sind, denkt man zum Beispiel an die Entwässerung und den hohen Investitionsbedarf, der etwa bei der Herrichtung der Leichenhallen besteht.

Es geht auch um die Gewissheit, dass zwar aktuell die Kosten nicht mehr auf die Gebühren umgerechnet werden können. In Zukunft wird das anders sein. Die aus dem noch aufzustellenden Friedhofsentwicklungsplan abzuleitenden Kosten werden die Bürger zahlen, also die Zeche für Versäumnisse. Anzuerkennen ist, dass der Stadtrat in der Debatte über das Thema Friedhöfe versucht hat, die Vergangenheit aufzuarbeiten und die Lehren daraus zu ziehen.

Auch in der Verwaltung scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben. Vertragliche Regelungen und Vertrauen sind gut, können aber Kontrollen nicht ersetzen. Auch die GSG Grund- und Stadtentwicklung GmbH muss erkennen, dass sie nicht einfach drauf los arbeiten kann, bei allem Verständnis für das Bemühen, Liegengebliebenes aufzuarbeiten und menschenwürdige Bestattungen zu ermöglichen. Kommunikation funktioniert nur, wenn beide Partner sie auch ständig pflegen, ganz wie Friedhöfe eben. Bei allem angemessenen Ernst angesichts des Themas gelang Bürgermeister Alfred Sonders im Stadtrat ein Redebeitrag, der die Stimmung sichtlich entspannte.

Sonders hatte bezüglich der Verantwortung der Verwaltung für die Misere gesagt: „Keine der Alten sind mehr auf der Verwaltungsbank.“ Da fiel sein Blick auf das alt gediente Verwaltungsschlachtross Josef Jordans neben ihm. Das löste allgemeine Heiterkeit aus. Das gerne mit opulentem Halsschmuck und im bunten Hemd auftretende und allseits beliebte „Original“, das mit Recht als wichtiges Teil des Gedächtnisses der Verwaltung gilt, ist ja keine Wahlbeamter und als Servicemann des Sitzungsdienstes lediglich dafür verantwortlich, dass alles seine Ordnung hat – und selbst Quatsch, der in den Gremien mitunter verzapft wird, ordnungsgemäß über die Bühne geht und nachgehalten wird.

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