Komikerin Senay Duzcu bringt Spaß in die Burg Baesweiler

Von: ssc
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„Mein Papa will einen Mann für mich, meine Mama will ihn beschneiden“: Beim Auftritt in der Burg Baesweiler plauderte Komikerin Senay Duzcu auch aus ihrem türkischen Familienleben. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Wenn Senay Duzcu sich ihrem Publikum vorstellt, dann sagt sie gleich, dass sie aus der viertgrößten Stadt der Türkei stammt. Aus Duisburg nämlich. Damit hat sie nicht bloß die Lacher auf ihrer Seite, sondern auch klargemacht, dass hier eine steht, die sich ihren ganz eigenen Reim auf die Integration macht. Jüngst war die temperamentvolle Frau zu Gast in der Burg Baesweiler.

Im Rahmen der „Tage der Vielfalt“ in der Städteregion Aachen nutzten viele die Gelegenheit, die Komikerin zu erleben. Die machte ihren inneren Zwiespalt zum Thema. Viel Deutsches stecke in ihr – aber auch viel Türkisches. „Die Türkin in mir sagt: Mein Hintern ist schön. Die Deutsche sagt: Mein Hintern ist groß.“ Und die Deutsch-Türkin? Die sagt: „Mein Hintern ist schön groß!“

Ihr Themen sind ganz alltägliche. Von klammheimlicher Freude beim China-Imbiss-Besuch („Die sprechen schließlich noch schlechter Deutsch als ich“), bis zum Stress mit ihrem muslimischen Papa. „Der will mich nämlich unbedingt verheiraten. Nach meiner Schulzeit hat er gesagt: ‚Kind, du heiratest mal einen Mann aus meinem Heimatdorf!‘ Nach der Uni sagte er: ‚Gut, du darfst zur Not auch einen Kurden heiraten!‘ Und als ich 30 wurde, fragte er: ‚Was macht dein deutscher Freund noch so?‘“

Ihre Mutter hat zum Thema Hochzeit übrigens eine ganz eigene Meinung: „Egal wer – Hauptsache beschnitten! Wenn ich einen Freund mit zu meinen Eltern bringe, dann klappert die in der Küche gleich mit der Schere.“ Zum Thema Hochzeit hatte Duzcu einen modernen Vergleich zur Hand. „Türkische Hochzeiten sind wie Facebook – da gibt‘s einen riesigen Haufen Leute, die du gar nicht kennst!“

Aus vielen kleinen Anekdoten setzte Senay Duzcu ihr gut zweistündiges Programm zusammen, die auf charmante Weile Einblicke in die türkische Seele boten. Sie liebe übrigens die Deutsche Bahn. „Die ist das einzig südländische an Deutschland – weil sie so schön unpünktlich ist.“ Politisches ließ Senay Duzcu außen vor, aber für ein paar Minuten mit Angela Merkel reichte es doch. „Was muss diese Frau leiden: Die geht für fünf Minuten im Fernsehen bestimmt fünf Stunden zum Frisör – und sieht dann immer noch nicht besser aus.“ Als Türkin hätte sie ja einen einfachen Vorschlag: Kopftuch drüber! Als Deutsch-Türkin kann man halt aus jeder Situation das Beste machen.

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