Herzogenrath - Kohlscheiderin singt Nationalhymne bei Box-WM

Kohlscheiderin singt Nationalhymne bei Box-WM

Von: Beatrix Oprée
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Nur mal anprobieren: Boxen ist eigentlich nicht das Metier von Sarah Schiffer. Doch die Atmosphäre rund um den Ring gefällt ihr.
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Treten am Samstag zum letzten Mal gegeneinander an: Arthur Abraham (l.) und Robert Stieglitz.

Herzogenrath. Es gilt als Teil 4 eines deutschen Box-Klassikers und „Final Countdown“, denn für den Unterlegenen könnte es das Karriere-Aus bedeuten: Die Boxwelt blickt gespannt auf das Duell der beiden Supermittelgewichtler Arthur Abraham und Robert Stieglitz. Entsprechend fulminant wird das Finale der WBO-WM in Szene gesetzt. Und Hymnen sind unverzichtbarer Bestandteil dieses Spektakels.

Hier kommt eine Herzogenratherin ins Spiel: Sarah Schiffer wird im weit über 10.000 Zuschauer fassenden Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen die deutsche Nationalhymne singen, bevor „King Arthur“ antritt, um seinen Weltmeistertitel gegen Ex-Weltmeister Stieglitz zu verteidigen. Bei „ran Boxen“ auf SAT 1 kann man das Ganze ab 22.20 Uhr am Samstag erleben.

Die hübsche Musical-Sängerin und die harten Boxer-Jungs? Wie geht denn das zusammen? „Nach meinem Auftritt bei der Premiere der Pro-7-Show ,Keep Your Light Shining‘ ist SAT 1 auf mich zugekommen und hat angefragt“, erzählt Sarah Schiffer. Anfangs durchaus beeindruckt ob dieser würdevollen Aufgabe – und da gab es ja auch noch eine andere Sarah, die einst im Bayernstadion vor 66.000 Zuschauern beim Text kräftig patzte ... –, hat sie sich schließlich doch auf das neue Terrain gewagt. Vor einem Fight von Felix Sturm hat sie seither bereits gesungen.

Und vor dem auf Kabel eins übertragenen Legendenspiel der alten Fußballherren um Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus gegen Portugal im vergangenen Jahr in Essen. „Das war ein tolles Fußballerlebnis“, lacht sie und freut sich schon auf das Gerry-Weber-Stadion und die „ganz besondere Atmosphäre“ der Boxkämpfe: „Vorher hatte ich mich fürs Boxen gar nicht interessiert“, sagt sie und gerät fast ins Schwärmen: „Man kann die Stimmung rund um den Ring kaum beschreiben. Da lassen sich die unterschiedlichsten Menschen beobachten. Und plötzlich steht irgendein Promi neben einem. Das ist schon sehr speziell.“

Doch auch die sympathische Sängerin selbst hat sich längst einen guten Namen gemacht. Vier Jahre hat sie in Hamburg Musical studiert, drei Jahre davon dort und in Bremen am Theater gearbeitet. Doch dann zog es sie in die Heimat zurück: „Ich bin eben so veranlagt. Wieder bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein – die mich ja auch sehr unterstützen –, das war mir sehr wichtig.“ Aber auch von Kohlscheid aus lässt es sich an der Karriere arbeiten. Zwei bis viermal wöchentlich tritt Sarah bei unterschiedlichsten Anlässen auf, von Geburtstagspartys über Hochzeiten bis zu Galas im In- und Ausland. Gerade ist sie aus Mallorca zurück.

Überdies gibt sie Gesangsunterricht am Alsdorfer Gymnasium – über eine Lehrerin, die bei ihr Gesangsstunden nahm, kam der Kontakt zustande. „Das macht viel Spaß“, berichtet sie, wie sie selbst seinerzeit über die Schule zum Singen gekommen sei: im Musical-Kurs an der Realschule in Kohlscheid. Es folgte Gesangsunterricht bei Opernsänger Mario Taghadossi, der ihr auch erste Auftritte ermöglichte, um Bühnenerfahrung zu sammeln.

Nun ist Singen zum Beruf geworden. Und der große Traum könnte bald auch Wirklichkeit werden: Eine Plattenfirma ist gefunden („dazu gehört auch eine Portion Glück“), die erste CD ist in Arbeit. „Nur eine Nacht“ heißt der Promotion-Titel, der in den kommenden Wochen deutschlandweit in Umlauf gebracht wird. „Es geht Richtung Schlager“, lacht Sarah Schiffer. „Die Musik stammt von Kurt Schoger, der Text von Tobias Reitz, der unter anderem für Helene Fischer geschrieben hat“, erzählt sie. „Und Produzent ist Stefan Köhne, dessen Diskographie Arbeiten für Andrea Berg und Beatrice Egli umfasst.“ Übers Internet soll Sarahs Song ab Monatsende zu beziehen sein.

Vielleicht geht dann auch der Geburtstagswunsch der ambitionierten Sängerin in Erfüllung, die am 27. Juli 27 Jahre alt wird: „Ich wünsche mir, dass den Menschen meine Musik gefällt!“

Vorher, nämlich heute Abend, gibt es aber noch den unvergleichlichen Gänsehautmoment, wenn der Ringsprecher im Gerry-Weber-Stadion nach dem umjubelten Einmarsch der Box-Giganten um Ruhe bittet, sich über 10.000 Menschen erheben und den Blick auf eine zierliche Person aus Kohlscheid richten.

Erst nach der Generalprobe am Mittag wird entschieden, ob sie im Ring oder auf der Moderatorentribüne stehen wird. Wahrscheinlich ein weißes Kleid wird sie tragen, überlegt sie.

Und das Lampenfieber? „Es ist, als sei ich bei Auftritten ein anderer Mensch“, sagt Sarah Schiffer. Alle Scheu falle auf einmal ab: „Dann atmet man einmal kurz ein, und dann muss es sitzen!“

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