Kohlscheider Sauna: Keine Belastung der Luft, Sanierung aber nötig

Von: Beatrix Oprée
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1975 erbaut: Mitten im Grünen liegt das Freibad Zellerstraße und findet auch regen Zulauf. Nur die Sauna bleibt vorerst geschlossen. Foto: Oprée

Herzogenrath. Wie geht es weiter mit der Sauna am städtischen Hallenbad in Kohlscheid? Dazu gibt es auch vier Monate nach ihrer Schließung keine Antwort. Doch zumindest in einer Sache herrscht Sicherheit: Wenn auch vor 38 Jahren Material eingebaut worden ist, das heute als gesundheitsgefährdend eingestuft wird, so können die Saunierer beruhigt aufatmen.

Weder im Vorraum noch im Schwitzraum, so das Gutachten der Würselener Geotaix Umwelttechnologie GmbH, seien Belastungen durch die seinerzeit zwecks Dämmung üblichen künstlichen Mineralfaserstoffe (KMF) nachweisbar gewesen. Und auch die Kontaktproben auf Ablagerungen KMF-haltiger Stäube habe nur im Vorraum an einer schlecht zugänglichen Stelle im Bereich der Abmauerung eine Konzentration von neun Fasern pro Quadratzentimeter ergeben.

„Das gilt nicht als deutliche Belastung“, sagt der neue Technische Beigeordnete Ragnar Migenda auf Anfrage. Da es für die KMF-Bewertung keine allgemein gültigen Grenzwerte gibt, habe die Fachfirma die strenge Richtlinie TRGS 519, die für Asbest Regelungen trifft, angewendet.

Ausdrücklich bestätigt Migenda die Entscheidung des Fachbereichsleiters Bau und Betrieb, Rolf-Peter Kalmbach, die Sauna trotzdem geschlossen zu halten, „um eventuelle weitere mögliche Gefährdungen zu unterbinden“.

Anlass für die Kontrolle war der Austausch der erneuerungsbedürftigen Sitzbänke im Schwitzhaus gewesen. Dabei nahmen die städtischen Mitarbeiter gleich auch die Unterkonstruktion unter die Lupe und stießen auf Undichtigkeiten in der Dämmung, die sich dann auch als nicht mehr zeitgemäß erwies. „Dieses Material war damals Stand der Technik“, sagt Migenda.

Darin ist er sich auch mit Bürgermeister Christoph von den Driesch einig: Sollte die Sauna nochmals geöffnet werden, darf es keinerlei Risiko mehr geben, muss sie vorher saniert werden.

Aber mit Sitzen und Schwitzen ist es heutzutage nicht mehr getan. Von den Driesch zeigt sich daher noch unentschieden: „Wenn man schon Geld in die Hand nimmt, muss man in die Zukunft blicken.“ Will heißen: Dann muss einiges (Teures) investiert werden, um die Kohlscheider Sauna für weit mehr Gäste zum Erlebnis werden zu lassen, als für den bisherigen treuen, aber überschaubaren Kundenstamm. „Darüber muss die Politik diskutieren, eine kleine Maßnahme wird es nicht tun!“

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