Kohlscheid Zentrum: Jetzt ist Aufbruchstimmung gefragt

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Herzogenrath. „Meine Mutter ist 81 und wohnt mitten in Kohlscheid. Wenn sie Lebensmittel braucht, ist sie aufs Taxi oder Verwandte angewiesen. Zu Fuß kann man das nicht erledigen.“ Was Martina Lababidi im Gespräch mit unserer Zeitung darlegt, ist Symptom der Zeit: Nahversorgung tut Not.

„Dabei werden die Leute doch immer älter“, sagt die 59-Jährige: „Was Politiker auch oft nicht bedenken – die Alten der Zukunft werden finanziell nicht mehr so gut gestellt sein wie heute.“ Und Katrin Kölling-Wagner legt dar, was ebenfalls symptomatisch für den Stadtteil und seine Bewohner ist: „Ich wohne seit 24 Jahren in Kohlscheid, fahre ansonsten aber immer nach Aachen.“

Der gebürtigen Aachenerin fehlt an ihrem Wohnort das umfassende Angebot. Was Helmut Havenith nur bestätigt: „Hier braucht es einen Anker“ – um Kunden und mit ihnen weitere Geschäfte anzulocken. Wie sehr die Pläne für den südlichen Stadtteil Herzogenraths die Bürger bewegen, zeigte das vergleichsweise hohe Publikumsinteresse für die Sondersitzung von Umwelt- und Planungs- sowie Bau- und Verkehrsausschuss.

In der Politik und Verwaltung die mangelnde Zeit ebenso beschworen wie den Willen zur Bürgerbeteiligung. Zu Letzterer gibt es endlich einen Termin: Die Kohlscheider sollten sich Mittwoch, 19. Februar, schon einmal zwecks Bürgerversammlung vormerken (Ort und Zeit stehen noch nicht fest). Denn die Pläne für eine neue Verkehrslenkung sowie Ansiedlung von Geschäfts- und Wohnimmobilien seien noch „nichts, was in Stein gemeißelt ist“, wie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda bekundet. Und: Der Fokus dürfe auch nicht auf Kohlscheid alleine liegen: „Bei Debetz haben wir jetzt wieder gesehen: Wenn man in einem Bereich etwas tut, hat das Auswirkungen auf andere.“

Die Umstrukturierungen des Stadtteils sollen möglichst alle für eine funktionierende Kleinstadt relevanten Faktoren bedienen: ein Wohnquartier mit altersmäßiger Durchmischung samt Nahversorgung ebenso wie einen auch der Förderung des Einzelhandels zuträglichen Verkehrsfluss, wobei Klima- und Umweltschutz keinesfalls außer Acht gelassen werden dürfen.

Dabei sollen die Bürger entscheidenden Anteil haben, Workshops oder Arbeitskreise schweben den Verantwortlichen vor. Aufbruchstimmung soll verbreitet werden – auch unter den Besitzern von Schlüsselgrundstücken zur Verwirklichung der Osttangente. Die Debatte fokussierte schließlich im Willen, so schnell wie möglich schrittweise zu beginnen.

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