Herzogenrath - Kohlscheid wird bei Kita-Versorgung zum Sorgenkind

Kohlscheid wird bei Kita-Versorgung zum Sorgenkind

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
Wenn in der Kita etwas passiert
Besonders in Kohlscheid werden die Plätze in Kindertagesstätten knapp. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Herzogenrath. Auch in Herzogenrath werden Plätze in Kindertagesstätten knapp. Das gilt aber nicht für das ganze Stadtgebiet. Während in Herzogenrath-Mitte und Merkstein zur Zeit noch die Rechtsansprüche von Eltern auf einen Platz für ihr Kind in Kindertagesbetreuung offenbar ohne große Probleme erfüllt werden können, wird es in Kohlscheid eng.

Dies wurde jetzt im Jugendhilfeausschuss deutlich, der sich mit der Bedarfsplanung „Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in anderen Betreuungsformen“ befasste.

Mit Blick auf drohende Engpässe wurde die Stadtverwaltung von den Ausschussmitgliedern konsequenterweise beauftragt, beizeiten die Voraussetzungen zu schaffen, um in allen drei Stadtteilen die Rechtsansprüche auf Plätze für Kinder unter drei Jahren und bis zum sechsten Lebensjahr erfüllen zu können. In die Beschlussfassung aufgenommen wurden konkrete Lösungsansätze für Kohlscheid, die bereits mit den Trägern von Kitas diskutiert worden sind.

So wird erwogen, eine fünfte Gruppe mit 25 Plätzen für drei- bis sechsjährige Kinder an der Kita St. Maria Heimsuchung oder eine dritte Gruppe mit 25 Plätzen an der Kita TP-Hasen zu schaffen. Thematisiert wurde die Einrichtung von einer oder zwei Großtagespflegestellen für jeweils neun U3-Kinder in angemieteten Wohnungen im Neubaugebiet Dornkaul.

Zuwanderung und Neubaugebiete

Falls zusätzlicher und darüber hinausgehender Bedarf entsteht, könnte die zurzeit reduzierte Platzzahl in der Kita St. Mariä Verkündigung für Ü3-Kinder um zehn aufgestockt werden. Konkrete Beschlussvorschläge sollen dem Jugendhilfeausschuss in der Sitzung am 1. Juni vorgelegt werden.

Zum Hintergrund: Der steigende Bedarf an Kita-Plätzen ist auf die Kinder aus Zuwanderungsfamilien sowie auf „sich füllende“ Neubaugebiete und dadurch bedingte Zuzüge aus anderen Kommunen zurückzuführen. Aber auch innerhalb des Stadtgebietes gibt es Verschiebungen. So wurde beim großen Neubaugebiet Schleypenhof festgestellt, dass eine größere Gruppe von Käufern und Mietern aus anderen Teilen von Herzogenrath stammen.

Aus Sicht der Verwaltung dürfte sich dies beim Neubaugebiet Dornkaul so aber nicht wiederholen. Vielmehr scheint es hier einen erheblich höheren Zuzug aus anderen Gemeindegebieten zu geben. Deshalb müsse der Stadtteil Kohlscheid auch gesondert betrachtet werden, hieß es.

Nach Angaben des Planungsamtes werden im kommenden Kindergartenjahr in Herzogenrath 394 Wohneinheiten bezugsfertig. So viele wie noch nie in einem so kurzen Planungszeitraum. Davon alleine 237 in Kohlscheid.

Darauf basierend hat die Verwaltung hochgerechnet, dass in der Gesamtstadt ein maximaler Mehrbedarf von 35 U3- und 148 Plätzen für ältere Kinder besteht, davon allein in Kohlscheid entsprechend 21 und 89 Plätze. Allerdings geht Herzogenrath davon aus, dass dies nicht zu 100 Prozent auch so eintritt.

Neben den zusätzlichen Wohneinheiten gibt es speziell zwischen Herzogenrath-Mitte und Kohlscheid Verschiebungen. Derzeit stehen im südlichen Stadtteil 602 Kita-Plätze für beide Altersgruppen zur Verfügung. 75 Plätze sind von Kindern belegt, die nicht in Kohlscheid wohnen – inklusive 19, deren Wohnsitz außerhalb des Stadtgebietes liegt.

Andererseits werden neun Kohlscheider Kinder außerhalb dieser Ortslage betreut. Unterm Strich werden laut Verwaltung rund elf Prozent der Plätze in Kohlscheid von Externen belegt. Nun sollen weitere Prüfungen folgen und die Verhandlungen mit verschiedenen Trägern von Betreuungseinrichtungen zu Ende geführt werden.

In Merkstein hat sich die Situation durch die neu geschaffene Gruppe an der städtischen Kita Am Wasserturm für ältere Kinder entspannt. Im U3-Bereich würde „im schlimmsten Falle“ ein Mehrbedarf von sechs Plätzen entstehen, der durch Tagespflege oder die Überschreitung von Gruppenstärken kompensiert werden könnte.

In diesem Stadtteil dürfte es eng werden, wenn der Bebauungsplan An der Herren-/Römerstraße mit 350 Wohneinheiten rechtskräftig wird. Hier hat das Jugendamt bereits gegenüber dem Planungsamt der Kommune eine viergruppige Kita geltend gemacht.

In Mitte kein Handlungsbedarf

In Herzogenrath-Mitte sieht die Verwaltung für das kommende Kindergartenjahr keinen Handlungsbedarf. Allerdings muss beobachtet werden, wie sich die Nachfrage im Altersbereich drei bis sechs Jahre entwickelt. Möglicherweise reichen die 25 Plätze, die zusätzlich in der katholischen Kita Herz Jesu zum 1. August geschaffen wurden, mittelfristig nicht aus.

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