Alsdorf - Kösters Neustart berührt Zuhörer in Alsdorf

Kösters Neustart berührt Zuhörer in Alsdorf

Von: Sigi Malinowski
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Beeindruckendes Comeback auf der Bühne: Gaby Köster las in der Alsdorfer Stadthalle aus ihrem Buch „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Immer wieder gibt es Zwischenrufe. „Alles Gute, Frau Köster!“ Oder: „Du bist so stark, Gaby!“ Einige im Publikum – so hat es den Anschein – möchten die Frau, die da oben auf der Bühne im hellbeigen Sessel sitzt, einfach nur herzen. Vor knapp sechs Jahren war die Schauspielerin und Kabarettistin noch auf die Bühne der Alsdorfer Stadthalle gesprungen und gehüpft.

Hatte temperamentvoll ihr Soloprogramm „Wer Sahne will, muss Kühe schütteln“ unter Beifallsstürmen zelebriert.

Diesmal präsentiert sich Gaby Köster schräg sitzend, fast kauernd, ihren geschätzten 600 Fans. Manch einem Besucher steckt wohl ein Kloß im Hals, als die halbseitig gelähmte Schauspielerin auf die Bühne geführt wird. Aber für Mitleid und ähnliche Gefühlsregungen ist Minuten später kein Platz mehr. Solche Gefühle treibt Gaby Köster ihrem Anhang höchstpersönlich aus. Mit dem, was sie liest, was sie schildert, wie sie sich echauffiert und wie sie mit ihrem typischen kölschen Lästermaul um sich haut. Lange hat man auf das Comeback der bundesweit populären Kölnerin gewartet.

Nun hat sie es angepackt, nachdem die deutsche Comedy-Preis-Trägerin im Januar 2008 einen schweren Schlaganfall erlitten hatte. Aus diesen Zeiten las die Entertainerin ebenso unprätentiös, wie sie auch über ihr Urlaubsdomizil erzählt, die vielen Krankenhausaufenthalte und Rehamaßnahmen beschreibt. Aber auch mit der Shoppingtour durch Köln oder der Beaufsichtigung der „Puuten“ ihrer Freundin Lisa entfacht Gaby Köster eine Lachsalve nach der anderen.

Sentimental, heiter, ernst

Doch auch nachdenkliche Töne schlägt die 51-Jährige, die aus Nippes stammt, an. Wenn sie beispielsweise über die Paparazzi der Boulevardpresse abledert. „Diese Pestbeulen haben in den Gartensträuchern des Krankenhauses gelegen, in dem ich untergebracht war, um ihr Foto zu kriegen.“ Überhaupt schießt sich Gaby Köster bei der Lesung ihres Buches „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ in der Stadthalle auf einige Print- und TV-Medien ein. Trotz so mancher Spitzen wird immer wieder hörbar, dass Gaby Köster ein Buch geschrieben hat, das die Menschen berührt.

Und mit ihrem ungeschminkten Mundwerk veredelt sie das im Dialog mit ihrem Publikum noch ein wenig mehr. Denn sie hat, wie sie selbst zugibt, „am Arsch ein Trötchen“, wie die Kölner dann zu sagen pflegen, wenn ihnen am selbigen etwas vorbeigeht. Sentimental wird die Künstlerin, die in ihrer Lesung mit Lügen und Gerüchten um ihre Krankheit aufräumt, in dem Moment, in dem sie über ihre Zukunft sinniert. „Ich möchte mich noch mal verlieben“, gesteht die alleinerziehende Mutter, was Priorität in ihrem Leben hat. „Auch wenn ich im Moment schwer vermittelbar bin. Aber ich arbeite dran.“

70 Minuten arbeitet sie auf der Bühne der Stadthalle daran, ihren Fans schöne und heitere Minuten trotz aller Ernsthaftigkeit des Themas zu schenken. Es gelingt. Wie beispielsweise Claudia Borrmann anschließend bestätigt. Die Würselenerin hat sich mit ihrer Freundin Renate Brendel zur Lesung aufgemacht. Abschließend stellt Claudia Borrmann, selbst schwer erkrankt, fest: „Gaby Köster ist das beste Beispiel dafür, wie lebendig man sich nach so einem Schicksalsschlag fühlen kann. Sie zeigt uns, dass es das Wichtigste ist, den Humor nicht zu verlieren – und weiß Gott, das hat sie auf keinen Fall. Selten so gelacht! Vielen Dank Gaby.“

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