Königspaar lässt sich bei der Krönung auch noch kirchlich trauen

Von: yl
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Konnten ihren „Untertanen“ auch in diesem Jahr eine tolle Sommerkirmes Foto: Yannick Longerich

Baesweiler. Ein Ort, 400 Einwohner, 50 Schützen und ein Zelt für über 500 Gäste. Wenn die Sankt-Willibrordus-Schützen Floverich zum Ende ihrer Sommerkirmes nur mit dem Problem zu kämpfen haben, dass ihr Zelt vielleicht doch ein wenig zu klein für den Besucherandrang war, gibt es keinen Grund zu meckern.

„Wir sind ein kleiner Ort, haben aber einen unvergleichlichen Zusammenhalt“, freut sich der erste Brudermeister Daniel Koch.

Die Flovericher Schützen waren darüber hinaus in diesem Jahr Gastgeber des „Freundschaftsverbandsfestes“ des alten Verbandes Immendorf-Würm, der bis zur kommunalen Neugliederung 1972 existierte und nunmehr als Freundschaftsverband der benachbarten und befreundeten Bruderschaften weitergeführt wird.

Schon am ersten Abend wurde das Festzelt einer echten Belastungstest unterzogen. Zur traditionellen Thekeneröffnung am Freitag heizten zunächst die beiden Studentenrockbands „YLOG!C“ und „Forger“ dem Publikum mächtig ein, bevor die Band „Glenrock“ das Zelt zum beben brachte.

Am Samstagabend folgte gewissermaßen die totale Schocktherapie in puncto Wechsel der Musikrichtung: Die heiß geliebte Hüttengaudi fand natürlich auch dieses Jahr Einzug in den Plan fürs Wochenende und löste die große Portion Rockmusik vom Vorabend ab. Mit den „Enzianbuam“ hatten die Flovericher Schützen für perfekten bajuwarischen Sound gesorgt.

Für das Problem stetig sinkender Besucherzahlen bei Zeltfesten hatte sich das Organisationskomitee schon vor einigen Jahren eine raffinierte Lösung einfallen lassen. Bei der „Pay what you want“-Methode zahlt jeder Besucher für den Eintritt nur das, was er für angemessen hält. Gute Beziehungen der Verantwortlichen zu Studenten und Mitarbeitern der RWTH Aachen, die diese Methode entwickelt haben und seitdem erfolgreich bei Veranstaltungen begleiten, führten zu der ungewöhnlich klingenden Regelung.

Das Ergebnis spricht jedoch für sich: 50 Prozent mehr Gäste konnten im aus allen Nähten platzenden Zelt übers Wochenende begrüßt werden und die Einnahmen wuchsen im Vergleich zu den Vorjahren mit festen Eintrittspreisen um 70 Prozent. Im Gegenzug hatten sich die Veranstalter im Vorfeld dazu bereiterklärt, die Hälfte des Erlöses vom Wochenende einem guten Zweck zu spenden. Über die üppige Spende freute sich der Mukoviszidose-Verein Aachen.

Das große Hofzeremoniell begann am Sonntagmorgen mit der Krönung der Majestäten während des Festgottesdienstes im Zelt. Pfarrer und Präses der Bruderschaft, Ferdi Bruckes, hatte für seine Gläubigen eine schöne Überraschung parat: Das Königspaar Uwe und Petra Bartholemy – beide seit vielen Jahren standesamtlich getraut – nutzte die gemeinsame Krönungszeremonie, um sich auch kirchlich trauen zu lassen. Neben den beiden Frischvermählten erhielten das Prinzenpaar Tom Ritzal und Carina Frings sowie das Schülerprinzenpaar Mads Jansen und Isabel Santos ihre Würden.

Anschließend wurden die Ehrungen verdienter Mitglieder vorgenommen: Hubert Beul und der zweite Brudermeister Torsten Paffen wurden mit dem silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Rudi Heich, Kaiser der Bruderschaft, bekam das Sankt-Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen, ehe Markus Beul und Peter Frings das Jugendverdienstkreuz in Bronze erhielten.

Petrus spielte mit, das Schmuddelwetter der vergangenen Wochen gehörte beim großes Festumzug durch den Ort mit den befreundeten Bruderschaften aus Loverich, Puffendorf, Setterich, Beggendorf, Immendorf, Waurichen, Prummern und Süggerath und dem Junggesellenverein Baesweiler der Vergangenheit an. Mit dem Königs- und Prinzenball am Montagabend fand die Kirmes ihren perfekten Abschluss.

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