Kölscher Comedian nimmt deutsche und türkische Kultur aufs Korn

Von: mas
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Begeistert sein Publikum: Der Kölner Comedian Serhat Dogan in der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Als Türke würde Serhat Dogan äußerlich nicht so ohne Weiteres „durchgehen“. Dann schon eher als „kleines dickes Müller“, WM-Held von 1974. Allerdings hat es sich der Comedian aus Köln zur Aufgabe gemacht, beide Kulturen – deutsche und türkische – kräftig aufs Korn zu nehmen. Das gelang dem mittlerweile auch zum TV-Star aufgestiegenen Mann hinlänglich.

Von der ersten Minute an nahm der in Deutschland geborene und in der Türkei aufgewachsene und später wieder nach Köln zurückgekehrte Mann sein Publikum mit. In der nahezu vollen Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler stellte Dogan – wie schon vor einigen Jahren als „Open Spot“ der Küster-Nacht – sein Programm „Danke Deutschland“ vor. Dies im Rahmen der beliebten Reihe „Kultur nach Acht“. Obwohl beide Kulturen ordentlich eins „übergebraten“ bekommen, ist Dogans Programm stets mit einem Augenzwinkern versehen und irgendwie ist es eine doppelseitige Liebeserklärung an beide Völker.

Kurz vor dem Sprung auf die Bühne erzählt Serhat Dogan noch:„Ich möchte Spaß haben mit den Leuten. Ich will zeigen, dass wir uns auch selbst verarschen können, ohne boshaft zu werden.“

Mit schrägen Tanzeinlagen

Dann geht es mit der Erklärung los: „Ich bin kein Macho. Ich hoffe, dass enttäuscht Euch nicht.“ Als Kölner muss man ja auch mal im Müngersdorfer Stadion gewesen sein. Seine Eindrücke daraus: „Die Deutschen brüllen immer, Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht“! Der türkische Fußballfan schreit dagegen, „Schiri, wir wissen, wo Deine Mutter wohnt“! Der nächste Vergleich steht an: „Sieht ein Deutscher einen Sonnenuntergang im Urlaub, macht er seine Frau darauf aufmerksam: „Sieh mal, Schatz, dieses wunderschöne Rot!“ Diesen Moment mit einem türkischen Paar adaptiert: „Frau, guck!“

Viel Spaß löst Serhat Dogan auch mit einigen Passagen aus seinem Tagebuch aus, dass er einst anlegte, als er in München landete. In dem Zusammenhang erzählt der Künstler, dass sein Vater – das pure Abbild eines Paschas – ihm als 15-jährigen Burschen einen Pornofilm zeigte: „Du bist alt genug dafür.“ Doch Serhat verstand das wohl etwas falsch. „Ich merkte, was für eine leidenschaftliche Sprache die Deutschen haben.“ Er lernte diese Sprache, erhielt auch ein Comedy-Visum und zog nach Bayern. „Ich wollte aber eigentlich nach Deutschland.“

Einen seiner Höhepunkte feierte Dogan mit dem Besuch in der Disco und mit sehr schrägen Tanzeinlagen und machte hier den Unterschied zwischen Deutschen und Türken klar. Da verbog sich das Publikum vor Lachen gemeinsam mit ihm. Mit dem Inhalt von fast einer Tube Gel im Haar („Ich muss mich der deutschen Kultur anpassen“), haute Serhat Dogan knapp 100 Minuten serienweise Pointen heraus. Wie beispielsweise diese: „In München lernte ich den ersten Zeitungsverkäufer kennen. Der hatte aber nur eine Zeitung. Die trug den Titel ,Erwachet‘!“ Aus Sachsen wollte der Komödiant direkt wieder fliehen: „Ich dachte, die haben alle einen Krampf im Unterkiefer.“ Dann war da noch die Begegnung mit den Menschenmassen vor einem riesengroßen Gebäude: „Das muss ein Rockkonzert sein. Bis ich bemerkte, das war das Arbeitsamt“!

Auch nach der Pause amüsierten sich die Dogan-Fans. Als er beispielsweise eine alte Frau bei der Polizei anrufen ließ und diese sich einfach nicht die Nummer merken konnte, die ihr der diensthabende Beamte durchgegeben hatte. Auf der Merkliste der Baesweiler Comedy-Fans hatte sich Dogan da aber schon „fett“ eingeschrieben.

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