Würselen - Kölner Silvesternacht lässt Sorge der Anwohner wachsen

Kölner Silvesternacht lässt Sorge der Anwohner wachsen

Von: ehg
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Viele Fragen: Im Gegensatz zur Infoveranstaltung am Helleter Feldchen hatte Bürgermeister Arno Nelles an der Burgstraße durchaus einen schweren Stand. Foto: Wolfgang Sevenich
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Burgstraße 2

Würselen. Die ersten der maximal 90 Flüchtlinge werden Ende der Woche in die von Enwor angemietete und zur Unterkunft umgerüstete frühere Betriebsstätte an der Burgstraße 2 einziehen. Die Anwohner hatte Bürgermeister Arno Nelles zur Infoveranstaltung eingeladen.

An die 150 meist emotional aufgeladene Bürger kamen, um ihm angesichts der Ereignisse der Silvesternacht in Köln ihre Sorgen und Ängste zu unterbreiten. Um diese größtenteils zu zerstreuen, mussten Nelles und Fachbereichsleiter Herbert Zierden harte Überzeugungsarbeit leisten. Es ergriff aber auch eine Reihe von Anwohnern Partei für die schutzsuchenden Menschen, die in diesen Tagen in die Stadt kommen.

Sicherheit oberstes Gebot

Menschen, die vor Krieg fliehen, Asyl zu gewähren, gebiete das Grundgesetz, gab Nelles zu bedenken. Die Flüchtlingswelle rolle eben nicht an der Stadt Würselen vorbei. Dank sprach er allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern aus, die sich – oft bis an den Rand der Erschöpfung – dieser Herausforderung gestellt hätten. „Ohne sie wäre dies alles nicht zu bewältigen“, appellierte der Bürgermeister an die besorgten Morsbacher. Bisher habe er von der Unterkunft am Helleter Feldchen nur positive Rückmeldungen, machte er ihnen Mut. Es gebe dort so gut wie keine Probleme.

Glücklich schätze er sich, dass bisher keine Zelte errichtet und keine Turnhalle habe belegt werden müssen. Zug um Zug könnten Asylsuchende in Wohnungen untergebracht werden. Größere Einheiten der Unterbringung seien aber durchaus angebracht, bis die Menschen in Würselen Fuß gefasst hätten. Es genüge nicht, „dass wir den Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf und zu Essen geben. Wir müssen auf sie zugehen und ihnen zeigen, dass sie bei uns willkommen sind.“ Nelles‘ dringender Appell: „Lassen Sie uns die Lösung des Problems gemeinsam angehen.“ Dann werde ein positives Kapitel der Integration geschrieben.

Dann wurde der Bürgermeister konkret. Es werde alles getan, um die Sicherheit der Anwohner, aber auch der Flüchtlinge zu gewährleisten. Ein Betreiber für die Unterkunft werde eingesetzt, und mit einem Caterer stehe die Stadt in Verhandlungen.

Unterdessen beklagten Anlieger, dass die Polizeiwache in Würselen nachts nicht besetzt ist. Nelles betonte erneut, es werde vom Asylbewerberheim keine Gefährdung ausgehen: „Wir haben keine Kölner Verhältnisse und werden sie auch nicht zulassen!“ Zur Dauer der Unterbringung an der Burgstraße stellte er fest: „Der Vertrag ist für ein Jahr abgeschlossen worden.“ Genau lasse sich aber nichts sagen. Doch die Anwohner legten immer wieder nach. „Die Situation, die wir nicht ändern können, müssen wir gemeinsam meistern!“, meldete sich Zierden zu Wort.

Rückendeckung gab der Stadtverordnete Karl-Heinz Pütz, der sich bereits zweieinhalb Jahre im Arbeitskreis Asyl engagiert. „Wir müssen mit den Menschen reden“, berichtete er von vielen guten Erfahrungen an der Kaiserstraße. Nelles mahnte, dass man die meist traumatisierten Menschen nach einer langen und aufreibenden Flucht nicht von vornherein als Kriminelle abstempeln dürfe. Natürlich gebe es überall schwarze Schafe, auch in unserer deutschen Gesellschaft, das könne niemand ausschließen.

Je länger die lebhafte Aussprache andauerte, umso versöhnlicher wurden die Töne. Auch wenn es anfangs nicht danach aussah, so können Nelles und Zierden nun offenbar doch auf die Unterstützung der Anwohner hoffen. In dem Bewusstsein, dass sie keine andere Wahl haben, und in der Hoffnung, dass die Flüchtlinge möglichst bald in ihre Heimat zurückkehren können oder für sich in Deutschland neue Lebensperspektiven eröffnen.

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