Herzogenrath - „Klösterchen“ feiert runden Geburtstag

„Klösterchen“ feiert runden Geburtstag

Von: mabie
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Sie freuen sich auf die Feier zum 20-jährigen Bestehen des „Klösterchens“ (v.l.): Wilfried Hammers, Ina Kramer, Arjend Adema, Bettina Lauber, Barbara Mertens, Alexandra Zemke, Schirmherrin MdL Eva-Maria Voigt-Küppers, Simone Weißhoff, Peter Nickels und Hans Brandt. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Die Frage, ob das historische Gebäude mit der Anschrift „Dahlemer Straße 28“ in Herzogenrath nun ein Bürgerhaus oder ein Soziokulturelles Zentrum werden sollte, hatten Wilfried Hammers und seine Mitstreiter 1996 schnell geklärt. „Wichtig war damals und ist es noch heute, dass Soziokulturelles Zentrum ein Qualitätsmerkmal ist“, so Hammers, der Ideengeber und Mann der ersten Stunde im Klösterchen.

Nun wird gefeiert, der 20. Geburtstag steht an, nicht nur mit einem umfangreichen Programm zum Festwochenende (siehe Infobox), sondern das ganze Jahr über. Dazu hat sich das engagierte Team den Titel „Wachträumer“ gegeben, für Hammers und die anderen in den einst tatsächlich als Kloster genutzten Mauern ein Ausdruck des kreativen Geistes, der dort wohnt.

Nur wach liegen und träumen hilft allerdings nicht, es müssen auch Fakten geschaffen werden, und da hilft Schirmherrin MdL Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) gerne aus. Nach eigenem Bekunden hegt sie mit dem „Klösterchen“ viele Anknüpfungspunkte, „weil es um Inhalte geht“, wie sie schon bei einer Podiumsdiskussion zur Landtagswahl festgestellt hat. Dazu falle es mit der offenen Struktur des Klösterchens, wo verschiedene Kulturschaffende, aber auch soziale Einrichtungen beheimatet sind, in Kontakt zu bleiben. Dies sei, so die Politikerin weiter, besonders in einer Zeit wichtig, wo sich Menschen immer mehr der Isolation zuwenden, sei es durch „Homing“ oder durch die Abschottung über elektronische Medien.

Wenn Wilfried Hammers die Leuchtkraft des Projekts einordnet, dann sieht er es als „ein kleines Licht in der Peripherie“ des Verbundes soziokultureller Zentren in Deutschland. Das mag untertrieben sein, doch Hammers schiebt auch die Erklärung nach. „Wir arbeiten hier Möglichkeitsorientiert statt Problemorientiert“, sagt er.

Das bedeutet, am Rande des Quartiers, in dem das „Klösterchen“ liegt, wird nicht über fehlende Möglichkeiten geklagt, sondern mit dem Vorhandenen so gut wie möglich gearbeitet. Das schätzt auch Bettina Lauber, die als Tanzpädagogin arbeitet und zum Team der ersten Stunde gehört. „Ich bin froh, dass das hier kein Zentrum nur für die Menschen ist, die sich sowieso für Kultur interessieren“, sagt sie. Sie findet es gerade gut, dass das „Klösterchen“ sich allen öffnet, auch Kultur und soziales Miteinander für diejenigen bietet, die sonst kaum oder keinen Zugang zu diesen Themen haben.

Ina Kramer, die als Designerin mit Mode arbeitet freut sich täglich über die bunte Mischung an Themen, aber auch an Menschen, die ins „Klösterchen“ kommen. „Das ist für jeden von uns eine Bereicherung“, sagt sie, und zieht gerne Parallelen mit einer Familie. Und in diese Richtung geht es auch für Wilfried Hammers, denn wie in einer Familie, die sich über Jahrzehnte hinweg immer mal wieder in neue Richtungen entwickelt, gibt es im „Klösterchen“ immer wieder was Neues.

So gab es hier eine der ersten Anlaufstellen für Flüchtlinge außerhalb des ohnehin vorgehaltenen Betreuungsangebots von kommunaler Seite. Dazu passt natürlich auch das Motto „Wachträumer“. „Dabei wollen wir uns unsere Träume weder schönreden, noch die Träume ausreden lassen“, schließt Hammers. Und er sieht das „Klösterchen“ in seinem Werden, in seinem Sein als eine Art „Sauerteig“, der immer wieder gärt, Ableger hat, aus denen etwas Neues entsteht, und der die Menschen im sozialen und kulturellen Sinn füttert.

So gesehen war die Entscheidung für das soziokulturelle Zentrum und gegen ein Bürgerhaus, das weniger vom Thema getragene Angebote, sondern mehr punktuelle Nutzungsrechte bietet, am Ende goldrichtig.

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