Würselen - Klezmer-Musik: Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt

Klezmer-Musik: Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt

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Geprägt von Schwung, mitreißender Musik und guter Laune: Mit überschäumendem Temperament und viel Einfühlungsvermögen, mit Humor und Charme spielte sich das Ensemble „Dance of Joy“ schnell in die Herzen der Zuhörer. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die Klezmergruppe „Dance of Joy“ rief, und alle kamen. Bereits lange vor Beginn des Konzertes war der stimmungsvoll illuminierte Saal des Alten Rathauses „rappelvoll“ und schon nach dem ersten Stück „Lachendes Weinen“ hatten die vier Musiker das Publikum in ihren Bann gezogen.

Klezmer, ein magisches Wort, das eine bedeutende Volksmusiktradition aus dem mittel- und osteuropäischen Judentum bezeichnet. Diese Musik begleitete in alten Zeiten viele Feste, Hochzeiten und Trauerfälle, machte also auch, je nach Anlass, die Zuhörer himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt.

Die Musiker des Quartetts sind Meister der Klezmermusik, sie drücken sich in ihrem Spiel vital und sehr emotional aus, was sich auf viele Zuhörer überträgt. Mit viel Enthusiasmus, großem Schwung und ganzer Hingabe spielten die Vier. nämlich Johanna Schmidt – Violine, Johannes Flamm – Klarinette, - Alfred Kraus – Akkordeon, David Andres – Bass, Klezmermusik auf höchsten Niveau.

Johanna Schmidt lockerte das Programm charmant auf, indem sie einige jüdische Witze erzählte, und vermittelte dem Publikum Wissenswertes über diese Musik, die über die Jahrhunderte vielen Einflüssen ausgesetzt war und so reich an Melodien ist. Stücke wie „Grandparents Dance“ oder „Bashana“ und „Dancing with the Rabbi“ sind Ohrwürmer, und nach jeder Nummer gab es frenetischen Beifall.

Es ist zu spüren, dass die Musiker seit vielen Jahren gemeinsam musizieren, ihr Zusammenspiel wirkt traumhaft sicher und ihr Repertoire beinhaltet das gesamte Spektrum, von tiefer Melancholie bis zur überschwänglichen Freude. Ein Blick ins Publikum zeigte, dass die Spielfreude der Musiker sich voll auf das Publikum übertrug. Man sah, wie sich manche Dame im Takt wiegte und wohl auch gerne getanzt hätte und man erlebte, wie der eine oder die andere ein Tränchen verdrückte, wenn die Melodien in fast unendliche Traurigkeit führten.

Aber auch solistisch sind die vier mit Schwung und Leidenschaft bei der Sache und beeindrucken durch ihr Können und ihre vitale Spielfreude. Alfred Krauss darf oder muss sein Akkordeon sitzend spielen, so dass er „der ruhende Pol“ inmitten der leidenschaftlich spielenden Musiker ist. Zusammen mit dem hervorragenden Bassisten David Andres, (der für den erkrankten Werner Lauscher eingesprungen war) sind die beiden der Ausgangspunkt für wunderbare Improvisationen, die das Spiel der Gruppe charakterisieren.

Johanna Schmidt ist mit ihrer leidenschaftlichen und gefühlvollen Spielweise die ideale Interpretin dieser Musik, und wenn Johannes Flamm ein „flammendes“ Feuerwerk mit seiner Klarinette schafft, die beiden sich gegenseitig ergänzen oder auch überbieten, dann gibt es Szenenapplaus und die Begeisterung des Publikums ist ohne Grenzen.

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