Herzogenrath - Kleiner Chor mit einem feinen Sound

Kleiner Chor mit einem feinen Sound

Von: Andrea Thomas
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Das kann sich hören lassen: Die Sängerinnen im Projekt „Musik-Kirche” üben erst kurz vor dem Auftritt ihre Lieder. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Die ersten Liedzeilen klingen noch etwas verhalten. „Traut ihr euch noch - oder muss ich die Mikros lauter einstellen?” Mario Hellebrandt schaut die sechs Sängerinnen in der ersten Kirchenbank aufmunternd an.

„Wir trauen uns”, lautet einstimmig die Antwort. Zufrieden gibt Hellebrandt den Takt vor, und nun fallen die Damen schon deutlich hörbarer in den Text des „Kyrie” ein. In einer knappen Stunde beginnt der Gottesdienst in Herz Jesu in Ritzerfeld, dann soll alles sitzen.

Anders dargeboten

Vor fünf Jahren hat Mario Hellebrandt einen musikalischen Versuchsballon in der Merksteiner Pfarrei St. Willibrord gestartet (damals noch Gemeinschaft der Gemeinden Merkstein). Der Gemeindereferent und passionierte Musiker wollte die Gemeinden im Gottesdienst stärker zum Mitsingen animieren und Kirchenlieder einmal etwas anders darbieten. Das war der Beginn des Projektes „Musik-Kirche”. Eine Stunde vor Gottesdienstbeginn treffen sich alle, die am mehrstimmigen Singen Freude haben, zum Einüben der Lieder.

Gesungen werden überwiegend neues geistliches Liedgut oder Taizé-Gesänge. Inzwischen gibt es in allen fünf Gemeinden ein eigenes Liederbuch für die Musik-Kirche und ähnliche Gelegenheiten. Im Lauf der fünf Jahre hat sich ein fester Kreis an Sängern gebildet. „Die kommen gemeindeübergreifend zu den Musik-Kirche-Gottesdiensten”, sagt Mario Hellebrandt. Die Zahl ist dabei seit dem Start etwa gleichbleibend, um die zehn Akteure. Ob es noch mehr werden? Da hat der leidenschaftliche Musiker die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, aber er freut sich schon über die, die er offensichtlich mit seiner Idee hat anstecken können. Zumal das Projekt gut ankommt bei den Gottesdienstbesuchern. Der Sound kommt bei der Probe schon ganz gut rüber, dafür sorgt eine moderne Mikrofontechnik. Mario Hellebrandt untermalt das Ganze mit seinem Keyboard.

Die meisten der Lieder kennt die kleine Gruppe bereits, weshalb ihr Chorleiter schnell zufrieden ist und die einzelnen Stücke zügig mit ihnen durchgehen kann. Knifflig wird es bei „In deinen Händen steht die Zeit”. Dabei muss der kleine Chor nicht den Text der Gemeinde singen, sondern die Zweitstimme - und zwar versetzt. „Das gibt jetzt eine neue Problemlage”, scherzt Mario Hellebrandt. Mit entsprechender Einweisung und Konzentration klappt aber auch das. Der Gottesdienst kann beginnen.

Drei Mal pro Jahr

Das ist jedoch nur eine Spielart der „Musik-Kirche”. Einen Gemeindegottesdienst in dieser Form gestalten die Sänger etwa drei Mal im Jahr. Die „abgespeckte” Version, bei der Mario Hellebrandt alleine vorne sitzt und singt, gibt es etwa zehn Mal im Jahr. Mit den modernen technischen Möglichkeiten wird aus einem Vorsänger ein ganzer Begleitchor, der den Gesang der Gemeinde unterstützt.

Mit den Elementen der „Musik-Kirche” gestaltet er außerdem immer wieder Schulgottesdienste und die Beichtgottesdienste der Kommunionkinder. „Die Kinder sind mit großen Augen und Ohren dabei. Sie singen dann lieber mit, weil es lauter ist und sie selbst dann nicht so gut zu hören sind.” Speziell bei den Beichtgottesdiensten setzt der Gemeindereferent auf ruhige Stücke, um den Kindern etwas die Nervosität zu nehmen. Das komme auch bei den anwesenden Eltern gut an. Insgesamt ist Mario Hellebrandt zufrieden. „Musik-Kirche ist keine Massenbewegung geworden, aber ein festes Element in der Gottesdienstgestaltung von St. Willibrord.”
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