Nordkreis - Klein: Kita-Tarifabschluss „für unsere Haushaltslage verheerend”

Klein: Kita-Tarifabschluss „für unsere Haushaltslage verheerend”

Von: Anja Klingbeil
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Kinder betreuen ist mehr als nur spielen: Am 1. November soll der Tarifvertrag in Kraft treten. Die Städte sollen auch für bessere Arbeitsbedingungen und wirksameren Gesundheitsschutz sorgen. Foto: Anja Klingbeil

Nordkreis. Am Tag nach der Einigung zwischen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Verband der kommunalen Arbeitgeber im Kita-Tarifstreit ging auch bei den Kämmerern im Nordkreis das große Rechnen los.

Denn mit dem Tarifkompromiss, der den Erzieherinnen mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen bringt, kommen auf die Kommunen Mehrkosten zu. Rund 75.000 Euro werden es in Herzogenrath sein.

„Das ist das Minimum”, sagt Detlef Zähringer, Erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt. Zum 1. November soll der Tarifvertrag in Kraft treten. Orientiert hat sich Zähringer bei seiner Rechnung an einem Mittelwert: 155 Euro brutto mehr pro Arbeitnehmer, inklusive Sozialversicherungsbeiträge. „Wir mussten jetzt mit einem Mittelwert rechnen, weil es viele unterschiedliche Gehaltsstufen gibt”, erklärt Detlef Zähringer.

Was machen private Träger?

39 Kollegen, so sagt er, fallen unter diesen neuen Tarifabschluss, den die Gewerkschaften nach langwierigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmern vorbehaltlich der Zustimmung der Gremienabteilung ausgehandelt haben. „Nicht nur die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten sind von diesem Tarifabschluss betroffen”, sagt Zähringer. Darunter fallen auch Mitarbeiter der Allgemeinen Sozialen Dienste, der Jugendgerichtshilfe sowie Mitarbeiter in den städtischen Jugendtreffs.

Wie die Stadt mit diesen Mehrkosten umgehen wird, das werde sich in den Haushaltsberatungen zeigen. Ob dabei auch eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge in Betracht gezogen werden könnte, darüber wollte Zähringer nicht spekulieren. „Wir als Kommune haben uns dem Ergebnis zu stellen. Ich denke, dass diese Angleichung und die damit verbundene Wertschätzung dieser Berufsgruppe gerechtfertigt und lange überfällig gewesen ist”, betont er.

Rund 55.000 Euro, so schätzt Kämmerer Ludwig Bremen, werden es für die Stadt Würselen sein. „Was aber noch viel spannender wird, ist die Frage, ob und wie sich die privaten Träger verhalten.

Wenn der Abschluss übertragen wird, könnte das weitere Kosten von 75.000 Euro bedeuten, die wir über die Betriebskosten zahlen müssen”, erklärt Bremen. „Ob und wie der Vertrag übernommen wird, entscheidet sich erst Ende September, wenn die beim Bistum zuständige Institution tagt”, erklärt Josef Heinrichs, Pressestelle Bistum Aachen.

Neben dem Bistum ist das Deutsche Rote Kreuz Träger von Einrichtungen. „Auf Dauer wollen und können wir uns einer Tarifentwicklung nicht entziehen”, sagt Peter Timmermanns, Kreisgeschäftsführer. Zu den Lohnkosten kommen die für die jetzt vereinbarte Gefährdungsanalyse.

Die Arbeitsplätze sollen genau untersucht und Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Das könnte mit weiteren Kosten verbunden sein, glaubt auch Alsdorfs Bürgermeister Helmut Klein: „Bei rund 60 Stellen für Erzieherinnen ist mit Mehrbelastungen von mindestens 10.000 Euro zu rechnen, wahrscheinlich wird es teurer. Hinzu kommen die Kosten für die gesundheitlichen Verbesserungen, die jetzt noch nicht absehbar sind. Für die sowieso schon schwierige Haushaltslage ist das verheerend.”

270.000 Euro mehr rechnet der Kreis Aachen, dessen Jugendamt für Baesweiler, Simmerath, Roetgen und Monschau zuständig ist, für das Haushaltsjahr 2010. „Da die Beratungen über den Haushalt laufen, kann diese Summe noch mit eingearbeitet werden”, sagt Pressesprecher Hans-Josef Heinen.

120.000 Euro entfallen auf Baesweiler. „Zunächst bezahlt der Kreis. Aber über die differenzierte Kreisumlage kommen Mehrkosten auf uns”, sagt Dr. Willi Linkens, Baesweilers Bürgermeister.
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