Kleiderladen in Setterich: Helfer mit Rat und Garderobe

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
9853982.jpg
Viele Helferinnen stehen parat: Das Team des Kleiderladens bleibt auch in neuen Räumen mit Elan am Ball. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Alte Kleider, neuer Ort: Das ehrenamtliche Team ist mit dem Settericher Kleiderladen weitergezogen. Einmal mehr. Der jüngste Ortswechsel war bereits der vierte – und von Mal zu Mal stieg die Zahl der Quadratmeter. Das war nötig. Denn was als kleine Geste begann, stieß rasch auf großen Bedarf.

Magda Schlösser ist Teamerin der ersten Stunde. Also seit 1998, als die Gruppe für Ausländerfreundlichkeit im Keller des Pfarrheims St. Petrus damit begann, ein paar Kleider für Flüchtlinge vorzuhalten. „Damals gab es für diese Menschen keine finanziellen Zuschüsse mehr für den Kleiderkauf. Da wollten wir rasch helfen“, erinnert sich die Ehrenamtlerin an den ersten Impuls.

Die Nachfrage war schon damals groß und bald kamen auch einige, deren Geldbeutel eher schmal ist. „Die Zahl der Kunden hat von Jahr zu Jahr stetig zugenommen“, blickt Magda Schlösser zurück. Diesen Menschen getragene Kleidung in guter Qualität bieten zu können, ist nach wie vor das Ziel.

Zum Glück gibt es genug Unterstützung. Es werden nicht bloß zahlreiche Kleider gespendet, es gibt auch genug Hände, die sie sortieren, auf Kleiderbügel packen und im Laden ansprechend präsentieren. 18 Ehrenamtlerinnen gehören aktuell zum Team. Neuerdings sogar welche, die nicht bereits im Rentenalter sind, wie es in der Gruppe scherzhaft heißt.

Gestern wurde es zur offiziellen Eröffnung richtig eng im Kleiderladen, selbst wenn der mit gut 60 Quadratmetern Verkaufsfläche so groß ist wie nie zuvor. Weit umgezogen ist er nicht. War er in den vergangenen zehn Jahren gleich neben dem Nachbarschaftstreff an der Hauptstraße untergebracht, ist er nun auf der gegenüberliegenden Straßenseite gut hundert Meter weiter Richtung Neuer Markt zu finden.

„Ihr Engagement signalisiert Neuankömmlingen, dass sie in der Stadt willkommen sind. Eine Kommune darf sich glücklich schätzen, solche Ehrenamtler zu haben“, lobte Thomas Johannes Hugo, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, die Trägerin des Ladens ist. Bislang ist die Erstausstattung für Flüchtlinge im Kleiderladen kostenlos. Und es gibt ja nicht bloß Kleidung.

Es gibt immer auch Gespräche, viele Tipps und Hilfen. Wer auch immer unter den Kunden ein Problem hat – hier findet er jemanden, der zuhört und Rat gibt. Stets Zeit für persönliche Worte zu haben, ist ein Credo im Team. „Ich wünsche Ihnen, dass sie noch zahlreichen Menschen vor Ort helfen und dabei viele glückliche Momente erleben können“, sagte am Montag Baesweilers stellvertretender Bürgermeister Jürgen Burghardt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert