Klares Votum für eine neue Gesamtschule

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
Schule
Schüler sitzen in der Gesamtschule während des Unterrichts an ihren Plätzen. Symbolfoto: dpa

Würselen. Im besten Fall wollte der Stadtrat mit einer langen Debatte wohl der Bedeutung des Beschlusses gerecht werden. Wie dem auch sei. Die breite Mehrheit war sich eigentlich einig. Würselen soll eine Gesamtschule bekommen, weil Eltern das so wollen.

Mit den Stimmen der großen Koalition, der UWG und der Grünen wurde nicht nur die Errichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2015/16, sondern gleichzeitig die Schließung der Realschule Am Wisselsbach zum gleichen Schuljahr auslaufend beschlossen. Lediglich die FDP lehnte das Vorhaben ab.

38 Millionen Euro Kostenrahmen

Als grober Finanzplan zur Errichtung eines Schulzentrums, in dem auch das Gymnasiums untergebracht werden soll, wurde ein Finanzvolumen in Höhe von 38 Millionen Euro beschlossen, um den Antrag zur dauerhaften Sicherstellung des Ganztagsbetriebs und des neuen Schulangebots bei der Bezirksregierung in Köln zu untermauern. Grundlage bildet das Ergebnis einer Elternbefragung. Von 740 Teilnehmern, deren Kinder aktuell eine Würselener Grundschule besuchen, gaben 28 Prozent an, ihr Kind an einer Gesamtschule anmelden zu wollen. 1052 Fragebögen waren an Eltern aller Grundschulkinder der Jahrgangsstufen 1 bis 3 verschickt worden. 71,2 Prozent beteiligten sich an der Erhebung. 100 Anmeldungen sind für eine neue Gesamtschule nötig. Ein Arbeitskreis, dem neben Politikern aller Fraktionen Vertreter der Schulen, der Schulpflegschaften sowie der Stadtverwaltung angehörten, hatten sich ebenfalls mehrheitlich für ein Schulmodell aus Gymnasium und Gesamtschule ausgesprochen.

Sprecher der Fraktionen bedauerten zwar die Schließung der Realschule, die seit über 50 Jahren hervorragende Arbeit geleistet habe, bezeichneten das Aus aber als unumgänglich. Verwiesen wurde dabei auf den Willen der Eltern. Wiederholt wurde betont, dass die Standortfrage völlig offen sei. SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers wünschte sich „eine Aufbruchstimmung für das Mega-Projekt“. Manfred Wirtz (CDU) mahnte: „Weitere Diskussionen über Schulformen können wir uns nicht mehr leisten. Wir müssen endlich handeln.“ Dem sich abzeichnenden Wandel nicht rechtzeitig Rechnung getragen zu haben, bemängelte UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich. Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Renate Knauf lenkte den Blick auf offene Fragen zum Standort für den Ganztagsbetrieb von Gesamtschule und Gymnasium: „Ist eine energetische Sanierung an der Klosterstraße machbar? Wie sind die Auswirkungen auf den Verkehr?...“

FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck kritisierte den Umbruch in der Schullandschaft als unausgereift: „Wenn eine Bürgerinitiative uns so einen Deckungsvorschlag bei der Finanzierung unterbreiten würde, müsste der Bürgermeister uns auffordern, den Beschluss abzulehnen.“ Während nur die Liberalen die Schulbeschlüsse und Finanzrahmen ablehnten, enthielten sich die Grünen bei der Abstimmung zum Kostenrahmen.

Bürgermeister Arno Nelles sprach von einer Entscheidung mit enormer Tragweite: „Die Gründung der Gesamtschule können wir natürlich nicht von der Finanzierbarkeit losgelöst sehen. Wir sagen aber deutlich, dass wir bereit sind, die Konsequenzen zu tragen. Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert