Klare Worte von Arno Nelles

Von: ehg
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Aufmerksame Zuhörer: Bürgerm
Aufmerksame Zuhörer: Bürgermeister Arno Nelles (r.) rückt Würselen beim Neujahrsempfang ins rechte Licht. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „Es ist nicht die Zeit, teure Leuchtturmprojekte zu entwickeln. Unser Hauptaugenmerk wird auf die Pflege und den Erhalt des Bestehenden gerichtet werden müssen”, wies Bürgermeister Arno Nelles beim Empfang zum neuen Jahr den Weg.

Redete damit aber nicht dem Stillstand das Wort, sondern gab auch vor, „unsere Stadt mit Augenmaß weiter voranzubringen”. Eine stattliche Zahl Repräsentanten von Vereinen, Organisationen und Unternehmen war in der Aula Klosterstraße versammelt. Sternsinger aus der Gemeinde St. Peter und Paul überbrachten ihren Gruß und forderten die Rechte der Kinder ein. Das Friedenslicht aus Bethlehem boten die Pfadfinder aus Bardenberg an.

Nelles blickte auf den Beginn 2011 zurück, „da unsere Infrastruktur im Schneechaos zusammenzubrechen drohte”. Es habe offenbart, „wie anfällig unsere komplexe Welt ist, wie ohnmächtig wir oft den Folgen des von uns mit verursachten Klimawandels gegenüber stehen”. Heute sei die Stadt zwar gewappnet. Dennoch schloss Nelles nicht aus, „dass bei einer ähnlichen Extremsituation an anderer Stelle vergleichbare Probleme auftreten können”. In Zusammenhang mit Burg Wilhelmstein unterstrich er: „Unser Kulturprogramm ist ein nicht zu vernachlässigender Werbefaktor.” Als herausragend hätten sich die Aktivitäten der Kulturstiftung unter Vorsitz von Staatssekretär a. D. Achim Großmann entwickelt.

„Nachhaltiger und bewusster”

Der Bürgermeister forderte, „dass wir nachhaltiger und bewusster mit den knappen finanziellen Ressourcen umgehen müssen”. Es gelte mehr denn je, „Kosten zu vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen!” Vorbildlich sei unter diesem Aspekt das Engagement im Ambulanten Sozialen Dienst der Jugendarbeit. „Mit verstärktem Einsatz haben wir die Weichen dafür gestellt, Familien frühzeitig bei der Bewältigung ihrer Probleme zu begleiten, bevor wir mit den meist teuren Folgen konfrontiert werden.”

Weit wichtiger als Einspareffekte, sei aber die Vermeidung sozialer Härtefälle. Nachdem die für die Entlastung Broichweidens dringend erforderliche K 34 eröffnet worden sei, werde die Stadt nun mit den Partnern aus der Städteregion das Gewerbegebiet Merzbrück entwickeln: „Die günstige Verkehrsanbindung und die hervorragende Lage zum Oberzentrum Aachen mit seiner Infrastruktur und dem unerschöpflichen Potenzial der RWTH mit dem Campus Melaten werden Merzbrück zu einem der florierenden Gewerbezentrum der Region werden lassen.”

Der Straßenumbau am „Kank” werde noch in 2012 in die Wege geleitet. Für das Singergelände stehe ein interessierter und qualifizierter Investor bereit, „diese wichtige Entwicklungsfläche im Herzen der Stadt gemeinsam mit uns zu überplanen”. Eine wichtige Entscheidung werde 2012 für die Entwicklung der Schullandschaft fallen müssen: „Im Interesse unserer Kinder, alle Bildungsabschlüsse in Würselen anbieten zu können, müssen wir jetzt zügig zu durchdachten Entscheidungen kommen.”

Durch den von der Landesregierung im Dezember 2011 beschlossenen „Stärkungspakt Stadtfinanzen” sei zum ersten Mal der ernsten Lage der Kommunen Rechnung getragen worden. Die erste Zuteilung von 3,4 Millionen Euro sei kurz vor Weihnachten überwiesen worden. Doch müsse das Defizit, das sich derzeit noch um 15 Millionen Euro im Jahr aufaddiere, mit einem gemeinsamen Kraftakt abgebaut werden: „Wir werden noch stärker als bisher das Potenzial der Menschen in unserer Stadt nutzen müssen, um unsere Ausgaben einzuschränken und unsere Einnahmen zu verbessern.”

Die Voraussetzungen dazu seien hervorragend, zumal Würselen über ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement verfüge. „Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht die Strukturen unserer Stadt vernachlässigen.” Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Bürgern, die sich die sich einbringen.

Als Gastredner begrüßte Nelles den Marketingfachmann, Unternehmer und seit 1995 geschäftsführenden Vorstand der Aachener Stiftung Kathy Beys, Stephan Baldin.

„Widerstandsfähig machen”

Dieser warf, indem er seine Studie „Heimat 2035” vorstellte, einen Blick „über den Tellerrand des morgigen Tages hinaus, um heute schon zu registrieren, dass das, was wir heute tun, morgen noch Wirkung zeigt”. Auch er unterstrich: „Wir brauchen mehr bürgerschaftliches Engagement.” Durch seine Studie, die auf 250 Gesprächen mit ausgewählten Bürgern der Region basiert, wolle er Anhaltspunkte geben, wie das „schwarze Loch Zukunft” gefüllt werden könne. Ans Tageslicht gefördert habe die Studie unter anderem, „dass wir die Region widerstandsfähiger gegenüber Einflüssen von außen machen müssen”.
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