Herzogenrath - Klare Forderung: Solidarität statt Rechtspopulismus

Klare Forderung: Solidarität statt Rechtspopulismus

Von: Markus Bienwald
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Das Holocaust-Mahnmal vor dem Rathaus ist eine Station der von den „Falken“ geplanten Geocaching-Aktion: (v.l.) Angelika Wamper und Manfred Radermacher vom Organisationsteam der achten Regionalkonferenz gegen Rechts freuen sich mit Bernd Krott von der Stadt Herzogenrath auf ein pralles Programm in der Europaschule. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Am Ende jeder Regionalkonferenz gegen Rechts gibt es eine Schlusserklärung. Das wird auch bei der kommenden und achten Auflage am Samstag, 3. Dezember, 9.30 bis 16 Uhr, in der Europaschule in Merkstein so sein. Aber wie schon bei den Konferenzen zuvor wird es neben den inhaltlichen Vorträgen und Workshops eine lokale Aktion geben.

„Dieses Mal wird das die Unterschriftenaktion des Herzogenrather Bündnisses gegen Rechtsextremismus sein“, sagt Manfred Radermacher, der zum Organisationsteam gehört. Mit dieser Aktion, die nach der Mittagspause gegen 13 Uhr stattfinden wird, erneuern die Bündnismitglieder ihre Unterstützung für das gemeinsame Ziel, dem Rechtsextremismus in Herzogenrath entgegenzuwirken.

Dass dies entscheidende Impulse in der Region setzen kann, habe das Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ nach der Regionalkonferenz gegen Rechts in Merkstein bereits gezeigt. „Wir haben damals auf die Zusammenhänge aufmerksam gemacht, und so das Verbot überhaupt erst ermöglicht“, so Radermacher.

Einen ganzen Tag gegen Rechts zu konferieren, bedeutetet aber auch, sich mit Aktivisten zu treffen, sich auszutauschen und wiederzusehen. „Es ist eine schöne Gelegenheit, die Menschen zu treffen, die sich in der Region gegen Rechtsextremismus einsetzen“, sagt Angelika Wamper. Und es geht auch immer um aktuelle Themen: In diesem Jahr wird den „Vereinfachern“ und Populisten, die rechtem Gedankengut den Weg ebnen möchten, der Kampf angesagt.

Dazu gibt es nach der Begrüßung durch den Schirmherrn und Bürgermeister von Herzogenrath, Christoph von den Driesch, beispielsweise den Vortrag „Erscheinungsformen einer neuen Bewegung von Rechts“. Referent ist Alexander Häusler, Experte von der FH Düsseldorf, der dort mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus tätig ist.

Infostände, Ausstellungen und Vorführungen der Gemeinschaftsgrundschulen Pannesheide und Klinkheide ergänzen das Programm am Vormittag, bevor der DORV-Laden aus Pannesheide das Mittagessen liefert. Die beteiligten Schulen sind übrigens nicht nur offiziell als „Schulen mit Courage, Schulen ohne Rassismus“ ausgezeichnet, sondern zeigen ihre weltoffene Einstellung mit vielen Aktionen über das ganze Jahr hinweg.

Dass die Europaschule ebenfalls dieses Label trägt und aktiv verbreitet, freut auch Bernd Krott von der Stadtverwaltung Herzogenrath. Für ihn sind die Workshops am Nachmittag ein lebendiges Beispiel dafür, wie jeder engagierte Mensch sich rechtem Gedankengut entgegenstellen kann.

„Es wird eine Geocaching-Aktion mit Unterstützung der Herzogenrather Initiative ‚Wege gegen das Vergessen‘ geben“, berichtet er. Dabei haben die „Falken“ aus der Stadt eine Rallye vor allem für die jüngeren Teilnehmer entwickelt, bei der in der Gruppe oder einzeln mit dem Smartphone die in der Stadt verteilten Erinnerungspunkte angelaufen werden.

Zeugen der NS-Vergangenheit

Das Ehrenmal im Volkspark gehört ebenso dazu, wie der „Moses“ am Herzogenrather Bahnhof oder das Holocaust-Denkmal vor dem Rathaus, alles mahnende Erinnerungsorte an eine noch nicht so weit zurückliegende NS-Vergangenheit. Ein weiterer Workshop ist ebenfalls sehr lokal ausgerichtet: So stellen Ehrenamtler aus der Flüchtlingsarbeit ihr Wirken in Herzogenrath vor. Workshop Nummer drei widmet sich mit Tayfun Keltek, dem Vorsitzenden der Integrationsräte in NRW, dem Thema Integration, die nicht nur ein Schlagwort bleiben soll.

Und Helmut Kellershohn wird im vierten Workshop über „Die neue Rechte im Kulturkampf“ sprechen. Ein pralles Programm also, das sich die voraussichtlich 80 Teilnehmer an der achten Regionalkonferenz gegen Rechts vorgenommen haben. „Aber die Arbeit lohnt sich immer“, schließt Manfred Radermacher, „schließlich wollen wir unsere Solidarität gegen Rechtspopulismus nach vorne bringen.“

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