Kitastreik: Eltern meist verständnisvoll

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Streiken für besser Arbeitsbedingungen: v.l. Erzieherin Annelie Kuckartz, Kindergartenleiterin Ursula Marx und Erzieherin Sabrina Aßmann schlossen sich mit ihren Kollegen dem Arbeitskampf in Aachen an. Foto: Rütten

Herzogenrath. Erst kurzfristig hatte sich das gesamte Team des städtischen Kindergartens „Villa Kunterbunt” entschlossen, der Gewerkschaft beizutreten und zu streiken.

„Es geht auch um eine gewisse Außenwerbung für unseren Beruf. Den Leuten muss bewusst werden, was wir den ganzen Tag leisten”, meint Erzieherin Annelie Kuckartz.

Sie ist bereits seit 17 Jahren in der Gewerkschaft Verdi organisiert, genauso wie die Leiterin der Kindertagesstätte, Ursula Marx. Drei Tage haben sie sich bereits dem Arbeitskampf in Aachen angeschlossen - als einzige Kindertagesstätte im gesamten Nordkreis.

In drei Gruppen werden in dem Kindergarten, der auch als Familienzentrum ausgezeichnet wurde, zurzeit 56 Kinder betreut, 15 von ihnen mit besonderem Förderbedarf.

„Wir arbeiten mit Logopäden und Motopäden zusammen, merken gerade in unserer integrativen Einrichtung den Wandel der Zeit”, sagt Ursula Marx. Sie übt seit 30 Jahren ihren Beruf aus: „Es hat sich seither vieles für die Kinder positiv verändert, jetzt sich müssen die positiven Veränderungen auch auf den Arbeitsplatz auswirken.”

Die Eltern hätten die doch recht überraschende Streikankündigung gut aufgenommen und die Erzieherinnen in ihrem Vorhaben bestärkt, erzählt sie weiter.

Eine Betreuung der Kinder wurde bei Bedarf gewährleistet. Durch eine Kooperation mit dem Familienzentrum „Altes Zollhaus” in Pannesheide und dem katholischen Kindergarten St. Josef sei dort generell eine Unterbringung möglich. In Anspruch genommen hatte dies jedoch kein Elternteil. Vier Kinder hätten notfalls dort aufgenommen werden können, dies sei aber nicht in Anspruch genommen worden.

Es geht um Gesundheitsförderung

Sollte es zu keiner Einigung zwischen Gewerkschaft und kommunalen Arbeitgebern kommen, wird sich auch die Villa Kunterbunt weiter für die Sache einsetzen.

Am Dienstag beteiligten sich fast 6500 Beschäftigte aus kommunalen Kitas und Sozial- und Erziehungsdiensten an den Streiks und Kundgebungen in 32 Städten und Gemeinden. Hintergrund des Streiks ist die Verdi-Forderung nach einem Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für den Sozial- und Erziehungsdienst.
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