Kitas: Eltern in Alsdorf zahlen ab 2016 mehr

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Eltern in Alsdorf zahlen ab 2016 mehr Kindergartenbeiträge. Foto: dpa

Alsdorf. Eltern zahlen in Alsdorf ab August nächsten Jahres mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit höhere Kindergartenbeiträge – zumindest hat das der Jugendhilfeausschuss erstinstanzlich einstimmig beschlossen. Dass der Rat dem zustimmt, ist im Grunde Formsache.

Als Begründung führt die Verwaltung unter anderem an, dass die Kosten aufgrund des Ausbaus der Betreuung von Kindern unter drei Jahren, vor allem was die Entgelte für Tagesmütter und -väter anbelangt – gestiegen sind. Der Anteil der Eltern an der Gesamtfinanzierung der Kinderbetreuung läge außerdem derzeit bei 9,3 Prozent, das Land nimmt aber eine Quote von 19 Prozent an.

Die zu erreichen ist für Alsdorf aus Verwaltungssicht utopisch, da in der ehemaligen Zechenstadt viele Menschen mit geringem Einkommen oder von Sozialleistungen leben. Mit der Änderung käme Alsdorf auf eine Quote von zwölf Prozent.

Schaut man sich die Tabellen im Detail an, auch im Vergleich mit anderen Kommunen, fallen folgende Aspekte besonders auf:

Das Einkommen, ab dem überhaupt Beiträge gezahlt werden müssen, wird in Alsdorf von 12.000 Euro auf 18.000 Euro angehoben. Die Erfahrung sei, so die Verwaltung, dass Eltern mit den niedrigeren Einkommen in der Einkommensklasse 12.000 bis 24.000 Euro nicht in der Lage seien, auch nur den geringsten Beitrag zu zahlen.

Die oberste Einkommensklasse wurde außerdem erweitert. Bisher endete die letzte Stufe bei „über 108.000 Euro“ und Sätzen zwischen 213 und 355 Euro (25 bis 45 Wochenstunden Betreuung), jetzt gibt es fünf weitere Stufen, die bei maximal 355 bis 565 Euro enden. Zur Erläuterung: Eltern können wählen, ob sie ein Kind 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche betreuen lassen wollen. Je länger, desto teurer. Logisch.

Pauschal kann man sagen, dass die Beitragssprünge proportional zu Einkommenshöhe und Betreuungsstundenanzahl pro Woche steigen: Während in den unteren Einkommenklassen nur Unterschiede von ein paar Euro zu verzeichnen sind, fallen diese bei höheren Einkommen teilweise mit 45 Euro oder mehr stärker ins Gewicht – allerdings kann eine Familie mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro wohl auch 45 Euro leichter verschmerzen. Im Extremfall (Einkommen über 156.000 Euro und maximale Betreuungszahl) sind fast 200 Euro mehr zu zahlen.

Im Mittelfeld zahlt eine Familie mit einem Jahreseinkommen von beispielsweise 45.000 Euro ab nächstem Jahr: für 25 Stunden 88 Euro (vorher 73 Euro), für 35 Stunden 96 Euro (80 Euro) und für 45 Stunden 140 Euro (118 Euro).

Alsdorf an Spitze im Nordkreis

Die Abweichungen zu anderen Kommunen sind bislang nicht gravierend, nach der Erhöhung zahlen Eltern in Alsdorf aber in fast allen Stufen mehr als Eltern in Würselen, Herzogenrath und Baesweiler. Einzige Abweichung: Die Unterscheidung in Baesweiler – respektive der Städteregions- kommunen ohne eigenes Jugendamt – zwischen Beitragssätzen für Kinder unter und über zwei Jahren. Man kann argumentieren, dass kleinere Kinder eine intensivere Betreuung benötigen und deshalb „teurer“ sind.

Man kann aber auch, wie Alsdorf, argumentieren, dass man damit den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kleinkinder untergräbt. Denn höhere Gebühren schrecken ab.

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