Kita-Streik: Erst Komba, Mittwoch Verdi

Von: Karl Stüber
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Auch am Streiktag stark genutzt: Rund 50 Kinder wurden am Montag im Alsdorfer Familienzentrum Florianstraße unter Leitung von Gerda Backes betreut. Foto: Karl Stüber

Nordkreis. Vier Notgruppen hat die Leiterin des Familienzentrums Florianstraße in Alsdorf, Gerda Backes, mit dem ihr verbliebenen Personal eingerichtet. Sieben Mitarbeiter(innen) üben auf Basis des Aufrufs der Gewerkschaft Komba ihr Streikrecht aus. Wo sich sonst gut 110 Kinder tummeln, sind es am Montagvormittag immerhin noch 50.

Etwa die Hälfte aller Erziehungsberechtigten haben die Betreuung ihre Kinder anderweitig organisieren können. Backes beschreibt die Reaktion der Eltern als verständnisvoll mit Blick auf die Belange der Beschäftigten. Allerdings, so schränkt sie ein, handelt es sich auch nur um einen Tag, der überbrückt werden muss.

Der Anteil der Kinder, die bis 14.30 bzw. 16.30 Uhr im neu errichteten Familienzentrum an der Florianstraße mit Blick auf die Berufstätigkeit der Erziehungsberechtigten betreut werden, ist hoch. Das ließe sich bei einem länger dauernden Streik bestimmt nicht so ohne weiteres auffangen.

Eltern sind noch flexibel

Das sieht auch der stellvertretende Leiter des Alsdorfer Jugendamts, Manfred Schmidt, so, wenngleich auch hierfür die Stadt Alsdorf notfalls gerüstet wäre. Im Familienzentrum Biberburg an der Straßburger Straße, das ebenfalls am Streiktag Notbetreuung anbietet, werden an diesem Montagvormittag zehn Kinder betreut, wie Schmidt sagt. Von vorneherein geschlossen sind die Familienzentren Annapark und Kellersberg.

Die von der Städteregion Aachen in Baesweiler betriebenen Einrichtungen, das Familienzentrum Sonnenschein und die Kindertagesstätte Kleeblatt, laufen ebenfalls auf Notbetrieb. Aber auch hier haben sich die Eltern offenbar mit Blick auf die schon frühzeitig mitgeteilten Streikabsichten und die von unserer Zeitung veröffentlichten Auswirkungen auf die Kitas anders beholfen.

In „Sonnenschein“ werden neun Kinder betreut, normaler Weise sind es 67. Beim „Kleeblatt“ in Setterich haben sich ganze zwei Kinder eingefunden, wo ansonsten 43 Kinder betreut werden, wie es auf Nachfrage hieß.

Für Einrichtungen in Herzogenrath und Würselen hatten die beiden Kommunen vorab schon Entwarnung gegebene, nicht zuletzt mit Blick darauf, dass hier die Erzieher überwiegend in der Gewerkschaft Verdi organisiert sind und nicht in Komba.

Allerdings steht schon der nächste Streiktag fest. Diesmal ruft Verdi seine Mitglieder in den Kitas zur Arbeitsniederlegung und Teilnahme an einer landesweiten Kundgebung in Dortmund auf. Der ganztätige Warnstreik wurde auf den morgigen Mittwoch, 15. April, festgelegt. Von Würselen aus starten die Teilnehmer per Bus ab Haltestelle Grindelstraße, in Herzogenrath ab Rathausplatz 1 jeweils um 6.45 Uhr nach Dortmund. Am Selben Tag findet dort auch der Bundesweite Kitaleitungskongress statt.

DRK-Kitas nicht betroffen

Wie die betroffenen Träger im Nordkreis nun den Streik am Mittwoch auffangen, ob Kitas geschlossen werden müssen und welche Notgruppen einrichten, ist bis auf Alsdorf noch nicht klar. Grundsätzlich hängt das davon ab, wie hoch der Organisationsgrad ist und bei welcher Gewerkschaft die Beschäftigten Mitglieder sind.

„Man kann davon ausgehen, dass die Einrichtungen in Alsdorf, die am Montag geschlossen waren, als Komba zum Streik aufrief, am Mittwoch geöffnet sein werden“, sagte Schmidt. Dann ist ja Verdi-Tag. Am Mittwoch, so Schmidt, werden im Familienzentrum Florianstraße zwei Gruppen geschlossen sein.

Dort gibt es nicht nur sieben Komba-Mitglieder, sondern auch sieben, die in Verdi organisiert sind, wie Leiterin Gerda Backes sagte. Laut Jugendamt wird auch in der Kita Straßburger Straße eine Gruppe geschlossen sein. Die betroffenen Erziehungsberechtigten, so Schmidt, werden per Elternbrief bzw. von der Kindergartenleitung vorab informiert.

Von alledem sind die neun Kindertagesstätten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Nordkreis nicht betroffen. Das DRK ist nicht Tarifpartner einer Gewerkschaft.

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