Kirmes in Baesweiler: Zwischen Gänsehaut, Glück und Nervosität

Von: Sigi Malinowski
Letzte Aktualisierung:
kirmes baesweiler
Zu Ehren der Majestäten König Lucas Plum und Königin Katrin Sieben (Mitte) sowie den Maipaaren Maurice Neumann und Nina Eckhardt (rechts) und Tobias Plum mit Julia Braun schwenkte Niklas Grein die Fahne. Foto: Sigi Malinowski
kirmes baesweiler
Viele Zuschauer zieht stets das Maibaumaufsetzen der Junggesellen Baesweilers an. Bei besten Wetterbedingungen säumten auch diesmal wieder Baesweilers „JVB-Fans“ den Kirchenvorplatz St. Petrus. Foto: Sigi Malinowski
baesweiler
Links Maipaar Maurice Neumann und Nina Eckhardt, Königspaar Lucas Plum und Katrin Sieben und (rechts) Maipaar Tobias Plum und Julia Braun. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Von weit her klingt die Musik. Sie kommt näher. Gleich wird im schicken Oidtweiler, in der Straße In den Füllen, einer der schönsten Momente der Kirmes 2017 wahr. Drinnen, im Elternhaus von Maikönigin Katrin Sieben bekommen sechs junge Menschen, die Majestäten, von Königinnen-Mutter Michaela Sieben noch ein Likörchen kredezent.

„Aber nur einen halben“, mahnt die Mama. Zur Beruhigung. Denn die Würdenträger sind (zugegebenermaßen) „ein bisschen unruhig und aufgeregt“, wie König Lucas Plum zugibt. Er läßt sich ins Herz schauen: „Ich weiß auch nicht genau was es ist. Irgendwie so ein Gefühl zwischen Gänsehaut, Glück und, ja, Nervosität“.

Die ist bei ihm, seiner Katrin und den Maipaaren Maurice Neumann und Nina Eckhardt sowie Tobias Plum und Julia Braun dann völlig verflogen, als man vor die Tür tritt. Hunderte Menschen applaudieren, rufen „aaah“ und „oooh“. Die Bewunderung gilt den drei jungen und attraktiven Frauen in wunderhübschen Kleidern. Und natürlich ihren Männern.

Es hagelt Komplimente, während Fahnenschwenker Niklas Grein seine Kunst zelebriert. Viele Vereine und Musikkapellen haben sich aufgestellt und zieren die Parade. Baesweiler und sein Junggesellenverein 1872 – und alle, die ihm zugetan sind – sind glücklich. Auch deshalb dauerte der Festzug geschlagene eineinhalb Stunden, bis man im Zelt am Volkspark angekommen war und in den Königsball hineinfeierte.

Zwei Tage zuvor begann die Kirmes. wuchtig. In doppelter Hinsicht. Zunächst mit dem opulenten Feuerwerk, das unter anderem mit einem Udo-Jürgens-Medley und Beatles-Klängen von DJ Bernd Lipka sehr stimmungsvoll unterlegt wurde. „Das sind außergewöhnliche und prächtige Bilder“, urteilte Moderator Heinz Classen vor der einleitenden Partynacht im Festzelt am Volkspark.

Für manchen Junggesellen hieß es nur 15 Stunden später „Hochwuchten des Maibaumes“. Das ist schon immer ein Spektakel in Baesweiler gewesen. Seit der Baum am Kirchenvorplatz aufgestellt wird, zieht die Aktion noch mehr Besucher an. 90 Minuten kommandierte Hauptmann Martin Hermanns. Bis die aktiven und helfenden inaktiven Gesellen mit Muskelkraft, Leitern und Stahlseilen der Feuerwehr den über 30 Meter langen Koloß aufgerichtet hatten.

Um sich dann der zweiten Fete im Festzelt hinzugeben. Diesmal mit der ausgezeichneten Partyband „Night in Paris“. Unters Festvolk hatte sich auch eine Delegation der französischen Partnerstadt aus Montesson gemischt. Geführt von der stellvertretenden Bürgermeisterin Marie-Therese Fleuri und der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Anne Gillet.

Besondere Ehre für die Junggesellenspitze: Vorsitzender Alex Nußbaum, sein Stellvertreter Tobias Hermanns und Jochen Hoffmann durften Miß Montesson Lauréline und ihre Begleiterinnen Jessica und Katy bei den Festzügen unterhaken. Konditionell auf der Höhe sind die aktiven und inaktiven Junggesellen an den Kirmestagen immer.

Zu sehen auch am Sonntagmorgen, als man gemeinsam unter der Leitung von Pfarrer Ferdi Bruckes die Messe feierte und anschließend den Frühschoppen mit vielen Gästen und einem Platzkonzert beging. Abholen der Jubilarpaare, der Majestäten, der große Festzug mit Übergang zum Königsball: Das forderte die Junggesellen.

Dennoch: zu keinem Zeitpunkt ließ die Fröhlichkeit, die Lebensfreude nach. Auch nicht am Montagmorgen, als man die Bediensteten der Stadtverwaltung abholte und gemeinsam bei Live-Musik bis in den frühen Abend hinein feierte.

Bis zum tränenreichen Ende. Denn wieder wurde es emotional. Die Kirmes war vorbei. Da flossen Tränen der Dankbarkeit. Und auch ein bisschen Trauer war dabei. Aber es gibt ja – auch für die Würdenträger – noch „Zugaben“. Beispielsweise in knapp 14 Tagen. Wenn Oidtweiler feiert . . .

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert