Kirchweihfest und Patrozinium: 60 Jahre Mittelpunkt der Gemeinde

Von: nina
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Feierlich: Im Dank- und Festgottesdienst sang der Kirchenchor mit Streicher- und Orgelbegleitung. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. In Kämpchen wurde groß gefeiert, wehende Fahnen kündeten schon von Weitem vom Festtag: Die Gemeinde St. Mariä Heimsuchung beging ihr Kirchweihfest und Patrozinium. Im Dank- und Festgottesdienst sang der Kirchenchor drei Motetten von Heinrich Schütz mit Streicher- und Orgelbegleitung.

Die Gemeinde sang Lieder der Speyerer Domfest-Messe. Nach der Festmesse mit Pfarrer Michael Datené lud der Förderverein der Gemeinde zu einem kurzweiligen Beisammensein auf der Kirchwiese ein. Das war ein prima Anlass, zurückzublicken.

Der 21. Juni 1953 war für die Gemeinde Mariä Heimsuchung ein Glückstag: Die neue Pfarrkirche wurde geweiht, die Enge in der Kapelle des St.-Josef-Klosters auf dem Kämpchenplatz war vorbei. Viele Jahre hatte man unter Leitung des Rektors Josef Stieler gespart, geplant, wurden Wiesenfeste gefeiert und Bausteine verkauft, wurden die Spenden der Sternsingeraktionen für den Bau der neuen Kirche verwendet.

Starker Zusammenhalt

Auch der Rückschlag durch die Währungsreform hatte die Kirchbauväter nicht entmutigt. Von den gesammelten 23 000 Reichsmark standen damals nämlich nur noch ganze 1150 DM zur Verfügung. Die Gemeinde hielt dadurch noch mehr zusammen, wurde nun bei der Feier betont.

Als 1950 einige Mitglieder des Kirchbauvereins eine vom Architekten Gottfried Jonas erbaute Kirche in Duisburg-Beeckerwerth besichtigten, war die Entscheidung, wie die Kirche in Kämpchen aussehen sollte, klar: Das Hauptschiff symbolisiert einen Bergwerksstollen, und darin konnten sich die Menschen in der Bergbaugemeinde Kohlscheid und in der Bergarbeitersiedlung Kämpchen wiederfinden.

Die Begeisterung war groß: Am Abend vor der Einweihung der Kirche zog eine lange Prozession mit dem Allerheiligsten vom Kloster zur neuen Kirche. Gruppierungen und Musikvereinigungen mit Fahnen und Standarten zogen als eine große Gemeinde durch die festlich geschmückten Straßen des Kohlscheider Ortsteils.

Trotz eines harten Winters wurde die Kirche St. Mariä Heimsuchung in weniger als einem Jahr gebaut. Bei der Einweihung wurde verkündet, dass das Rektorat im April des Jahres zur Pfarre erhoben worden war. Somit war die Kämpchener Gemeinde nun selbstständig und löste sich von der Mutterpfarre St. Katharina Kohlscheid.

Diese Selbstständigkeit hielt genau 56 Jahre. Nach der neuerlichen Fusion ist die Gemeinde heute mit St. Katharina sowie St. Matthias, St. Mariä Verkündigung und St. Barbara verbunden zur Pfarrei Christus unser Friede Kohlscheid.

Eiserner Willen

Die Kirche St. Mariä Heimsuchung ist auch heute noch für die Menschen vor Ort wichtig. Sie prägt den Ortsteil Kämpchen und ist nach wie vor der Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Auch wenn die Gottesdienste weniger geworden sind und der Gottesdienstbesuch im Vergleich zu den Anfangsjahren deutlich nachgelassen hat, sind alle stolz auf diesen Bau, der durch eine große Spendenbereitschaft der Bevölkerung und durch eisernen Willen ermöglicht wurde, wie bei den Feierlichkeiten mehr als deutlich wurde.

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