Herzogenrath/Richterich - Kirchenmusiker wagt sich an Monumentalwerk

Kirchenmusiker wagt sich an Monumentalwerk

Von: Günther Sander
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Am Arbeitsplatz: Angelo Scholly an seiner Orgel, die bei seinem großen neuen Projekt aber keine Rolle spielen wird. Foto: Günther Sander

Herzogenrath/Richterich. Angelo Scholly erfüllt sich einen außergewöhnlichen Wunsch: In Richterich und Merkstein wird er die c-moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart, die größte und umfassendste seiner Messkompositionen, aufführen.

Ohne Zweifel hat sich der 35 Jahre alte Kirchenmusiker, seit zehn Jahren Chorleiter und Organist in den katholischen Pfarren Richterich, Horbach und Aachen-Hörn, „an ein sehr großes Werk” herangewagt. Kirchenmusik dieser Größenordnung habe es noch nicht gegeben und werde es auch in naher Zukunft nicht mehr so oft geben, sagt Scholly.

„Ich habe als Chorsänger diese Messe in Neuss mitgesungen und mir vorgenommen, dieses Monumentalwerk selbst einmal aufzuführen.” Damit hat er sich zwar viel aufgeladen, ist aber optimistisch, denn er hat aus seinen Chören reichlich Zuspruch bekommen.

Erster Schritt war die Gründung eines Projektchors. Mehr als 50 Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Städteregion sind seinem Aufruf gefolgt und proben engagiert. Musikalisch wird das Orchester „Sinfonetta Regio” aus Alsdorf in großer Besetzung mit 50 Musikern aufspielen. Die Solisten und Solistinnen kommen aus Aachen und den umliegenden Städten.

Scholly ist überzeugt: Die große Mozartmesse und die Bach-Kantate „Lobe den Herren”, die mit aufgeführt wird, ist etwas ganz Besonderes. Sie ist ein Höhepunkt auf dem Gebiet der Messen, klangschön mit gleichzeitig virtuosen und cantablen Elementen.

Schollys Bewertung: „Für einen Laienchor ist sie aufgrund vieler schneller, virtuoser Passagen und der Doppelchörigkeit mancher Stücke sehr anspruchsvoll. Das Orchester spielt in voller Besetzung und hat vor allem für die Bläser einige Klippen zu überwinden.”

Die große Messe in c-moll von Mozart entstand 1782 und ist, obwohl unvollendet, eine der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Die Bezeichnung „Große Messe” ist ein späteres Attribut. Formal gehört das Werk zum Typus der „Missa solemnis.”

Im Sommer 1782 begann Mozart in Wien mit dem Schreiben, Erstaufführung war am 16. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit Constanze Mozart als Sopran-Solistin. Die c-moll-Messe ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengt.

Für Musikliebhaber aus der Region sind Aufführungen am Samstag, 8. Mai, um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Martinus in Richterich und am Sonntag, 9. Mai, um 18 Uhr in St. Thekla Merkstein vorgesehen, wo Scholly, ebenso wie in St. Willibrord Merkstein, seine musikalischen Grundschritte gelernt hat.

Die beiden Aufführungen verschlingen fast 11.000 Euro. Bei gutem Besuch dürften 5000 Euro eingenommen werden. Für den Rest sucht Scholly Sponsoren.

Spenden werden auf das Konto der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus Richterich, Konto 1322319025, Bankleitzahl 39060180, Verwendungszweck „Kirchenmusik Mozart”, erbeten.

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