Kirchengemeinden im Namen von Christus vereint

Von: vm
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Aus drei wird eins: Petra Hartmann, Harry Haller und Elisabeth Peltner stellen die Fusion und ihre Folgen vor. Foto: vm

Alsdorf. Einstimmig haben drei evangelische Kirchengemeinden den Beschluss zur Fusion gefasst und sich einen neuen Namen gegeben: Evangelische Christusgemeinde Alsdorf-Würselen-Hoengen-Broichweiden. Auch alle anderen Beschlüsse sind wenigstens mit großer Mehrheit (75 Prozent) zustande gekommen, etwa, was den gemeinsamen Haushalt, Immobilien, Vermögen und Verbindlichkeiten ab dem 1. Januar 2017 anbelangt.

Dass lange und mit Sicherheit auch nervenaufreibende Vorbereitungen vorangegangen sein müssen, um so ein Ergebnis zu erzielen, dem stimmten die drei Vorsitzenden der jeweiligen beschlussfassenden Presbyterien, also der Leitungsgremien, bei der Vorstellung der Fusion zu: Pfarrerin Elisabeth Peltner für Alsdorf, Pfarrer Harry Haller für Würselen und Pfarrerin Petra Hartmann für Hoengen-Broichweiden.

„Ich bin froh, dass wir zu diesem Ergebnis gekommen sind und hoffe, dass auch alle weiteren Beschlüsse so einmütig gefasst werden“, sagte die Ideengeberin für den neuen Namen, Elisabeth Peltner. Christus sei „der gemeinsame Grund, auf dem wir stehen“, das habe sie zu dem Vorschlag bewogen. Die Kirchen behalten natürlich ihre alten Namen bei.

30 Menschen, also pro Altgemeinde zehn, mussten im Laufe des zurückliegenden Jahres unter einen Hut gebracht werden. „Und wir waren auch darum bemüht, immer die Gemeindemitglieder mitzunehmen und über den Prozess zu informieren“, sagte Petra Hartmann. Dafür, die Herausforderung anzunehmen, drückten alle drei den Beteiligten ihre Wertschätzung und ihren Dank aus.

Wichtigster Hintergrund des Zusammenschlusses sei der Fakt, dass nun eine weitere, volle Pfarrstelle besetzt werden könne, so Harry Haller. Neben drei vollen Stellen bekleidet Dorothea-Elisabeth Alders in Hoengen-Broichweiden eine halbe. Wenn alles gut läuft, könnte im Sommer des nächsten Jahres ein weiteres Mitglied ins Team aufgenommen werden. Die Ausschreibung ist formuliert und den übergeordneten Gremien zur Genehmigung vorgelegt. „Wenn wir Glück haben, könnte die Ausschreibung im September-Amtsblatt stehen“, sagte Peltner.

Mitbringen sollten Bewerber, so Petra Hartmann, Spaß an der Arbeit in einer fusionierten Gemeinde und „ein sozial-diakonisches Profil“, so Haller. Warum? „Aus dem Strukturwandel haben sich in unserer Region Gewinner und Verlierer herauskristallisiert, daraus ergeben sich Aufgaben“, so seine diplomatische Antwort. Die Entscheidung, wer die Stelle erhält, fällt der Zusammenschluss der drei Presbyterien, der Bevollmächtigtenausschuss. Dieser behält auch bis zur nächsten Presbyterwahl im Jahr 2020 seine Stärke bei, soll dann aber verkleinert werden.

Am Gottesdienstplan soll sich nichts ändern („Die Fusion steht nicht unter der Überschrift ,Einsparungen‘“, so Hartmann) und auch die Mitarbeiter behalten ihre alten Stellen. Nur der Arbeitgeber nennt sich ab Januar anders.

Was ändert sich noch? Das Siegel. Auf Urkunden wird die Christusgemeinde künftig eine Kombination der Siegel aus Hoengen-Broichweiden (der an ein Kreuz erinnernde Baum mit den stilisierten Früchten, allerdings in leicht abgeänderter Form) und Würselen (Alpha und Omega, für den Anfang und das Ende des Lebens) führen. Etwa, wenn man sich etwas von der Gemeinde beglaubigen lässt, wird ein Stempel mit diesem Symbol zum Einsatz kommen. Alsdorf hatte Bergbau-Symbole im Siegel, die fallen gänzlich weg.

Die vier Kirchen Würselen, Broichweiden, Mariadorf und Alsdorf-Mitte bleiben erhalten, unter dem Strich 11 200 Gemeindemitglieder wird der Zusammenschluss zählen. Hoengen-Broichweiden und Würselen sind dabei mit rund 3800 gleichauf, Alsdorf liegt etwas drunter. Hier waren in den letzten Jahren die deutlichsten Verluste zu verzeichnen, weil die Zahl der Protestanten schlicht abgenommen hat.

Was sich die drei Pfarrer von der Fusion auch erhoffen, sind Kooperationen und auch neue Impulse im sozialen Bereich. Die Frauenhilfen sollen, falls bei jemandem nun die Alarmglocken läuten, nicht zusammengefasst werden. „Die Frauenhilfen bleiben auch deshalb dort, wo sie sind, weil es nahe Angebote sind, die von Menschen genutzt werden, die nicht mehr so mobil sind“, so Haller. Aber vielleicht ergibt sich ja etwas Neues für Jüngere. Das wird sich zeigen.

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