Herzogenrath - Kirchenchor St. Gertrud besingt den „Kreuzweg“

Kirchenchor St. Gertrud besingt den „Kreuzweg“

Von: ch
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Passionskonzert Kirchenchor St. Gertrud mit dem Kreuzweg von Liszt. Kantor Herbert Nell (r.) und Joachim Wollenweber an der Orgel. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Das war kein leichtes Ding, für die Ausführenden so wenig wie für die Zuhörer in der Herzogenrather Kirche St. Marien. Denn der „Kreuzweg“ von Franz Liszt (1811-1886) taucht den Raum in dunkle Klangfarben, in alle mögliche Schattierung von Schwarz und Grau – kein Wunder, spiegelt das Werk doch das Leiden und Sterben Jesu Christi in Musik wieder.

Gelungen ist dieser Kraftakt dem Kirchenchor St. Gertrud unter Leitung von Kantor Herbert Nell, die mit dem Organisten (und Priester) Joachim Wollenweber einen Partner von gleichzeitig kongenialer und im Wortsinn eigen-artiger Gestaltungskraft fanden. Unterstützt wurde diese kraftvollen Darbietungen von bildlichen Darstellungen des Kreuzweges, die auf eine Leinwand vor dem Volksaltar der Kirche projiziert wurden.

Merklich wurde das Innere der Marienkirche zu einem Raum der Stille, denn Liszts Werk ist so voller Kraft und Wucht – deckungsgleich zum Leiden Christi mit seinen Schrecken und seiner ganzen Monstrosität. Joachim Wollenweber fing an der Orgel, unterstützt von Ute Kraum und Herbert Nell als Registranten, die Vielschichtigkeit der Passion auf: Von wuchtiger Schwärze bis zu ausgetrockneten, dürren Tönen entrollte er ein Spektrum von Stimmungen und musikalischen Landschaften, in denen die Zuhörer ihre Meditationen und ihre inneren Bilder ansiedeln – keine Interpretation, mit der es sich wohnlich einrichten lässt, die dafür aber ihrem Bezug sehr nahe bleibt. Getragen aber wurde diese Liszt-Interpretation vom beachtlichen Engagement aller Beteiligten. Dieser „Kreuzweg“ strahlte eine Intensität aus, die den Zuhörer ergriff. Die Zeit im Kirchenjahr stimmte; der Einsatz der Ausführenden stimmte – fürwahr ein Glücksfall.

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