Kirche St. Marien Scherberg wird zur Grabeskirche umfunktioniert

Von: Sara Morrhad
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Von außen ändert sich nichts: Aber innen wird die Kirche St. Marien umgebaut, um Platz für 2100 Urnen zu schaffen. Foto: Sara Morrhad

Würselen. Die Kirche St. Marien wird zu einer Grabeskirche umgebaut. Hintergrund ist der vom Bistum eingeleitete KIM-Prozess (Kirchliches Immobilien-Management), mit dem Ziel ein Drittel der bisherigen Bezuschussung zu den Instandhaltungskosten für Kirchen zu reduzieren.

Deshalb musste nun ein Weg gefunden werden, wie sich die nicht mehr subventionierte Kirche St. Marien selbst tragen kann. „Ein Abriss wäre nicht in Frage gekommen, das wäre die Ultima Ratio“, sagt Pfarrer Rainer Gattys. Genauso sei großen Wert darauf gelegt worden, das Gebäude nicht einer kommerziellen oder anderweitigen nicht kirchlichen Nutzung herzugeben.

Da das Trauerpastoral ohnehin ein zentrales Element der Pfarrei sei und sie mit die meisten Bestattungen durchführe, bot sich der Umbau zu einer Grabeskirche an. Damit kann das Gebäude nicht nur im Besitz der Pfarrei gehalten werden, sondern gleichzeitig habe man auch einen Raum, wo sich das Trauerpastoral kristallisieren kann.

Architekt Elmar Sommer, der bereits den Entwurf für das Columbarium St. Donatus in der Erlöserkirche Aachen Brand anfertigte, beschäftigte sich insgesamt drei Jahre lang mit der Planung. Das nun fertige Konzept sieht vor, den hohen, hellen Raum in mehrere kleine Räume zu unterteilen und damit eine wärmere Lichteinspielung zu erzeugen. Dafür sollen mehrere Wände entstehen. Als Kapelle soll der Chorraum dienen, der zunächst wieder aufgebrochen werden muss. Während im Anbau ein Gruppenraum entstehen soll, wird die Verwaltung künftig im Pfarrhaus angesiedelt.

Dadurch entstehen insgesamt 2100 Grabstätten. Aus Rentabilitätsgründen, müssen es mindestens 2000 sein. Die Möglichkeit, zusätzliche Grabstätten auf der Empore einzurichten, stehe zudem noch im Raum. Die vorgesehenen Urnen seien jedoch keine Schmuckurnen, sondern entsprechen den standardisierten Urnen aus dem Krematorium. Verstaut werden sie in Urnenkammern in den Wänden auf bis zu 4,50 Metern Höhe.

Nach einer Ruhefrist von 20 Jahren, sollen die Urnen in einer Kammer in Regalen aufbewahrt werden. Doppelgräber in Form von Sarkophagen seien auch vorgesehen, während Gräber, die nicht genau zuzuordnen sind, in einem gitterförmigen Regal Platz finden. „Wichtig ist mir, dass dies kein Ort für Luxusbestattungen wird, weshalb auch mindestens 20 bis 30 Prozent für Sozial- und Ordnungsamtbestattungen reserviert werden sollen“, merkt Pfarrer Rainer Gattys an. Jeder christlicher Konfession soll hier bestattet werden können, aber auch konfessionslose, sofern der Wunsch vorher geäußert wurde.

Genehmigungsverfahren läuft

Die Kosten für eine Bestattung variieren je nach Höhe der ausgesuchten Urnenkammer. Die höchste Preiskategorie beträgt 3900 Euro, ohne Einberechnung der Grabplatte. Laut Vorgabe vom Bistum mussten es durchschnittlich 2800 Euro pro Bestattung sein.

Mit dem Umbau stehen allerdings nicht nur äußerliche Veränderungen bevor, denn durch die Umbenennung zu einer Grabeskirche ist St. Marien mit Ende des Jahres keine offizielle Kirche mehr, sondern ein Friedhof. Damit wird es auch nicht mehr möglich sein, dort sonntags die Eucharistie zu feiern. Abgesehen von den Messen im Rahmen der Bestattungen sei aber zusätzlich noch geplant eine wöchentliche Messe zu halten, um den Toten zu gedenken. „Bestimmt wird es damit um einiges lebendiger in St. Marien als es in den letzten 20 Jahren der Fall war“, vermutet Gattys.

Wann mit dem Umbau begonnen werden kann, hängt jetzt vom Bischöflichen Generalvikariat ab. „Das Genehmigungsverfahren läuft“, sagt Pfarrer Gattys und vermutet mit einem Baubeginn im Frühjahr nächsten Jahres. Innerhalb eines Jahres könnte sie dann fertig sein. Die Gesamtkosten konnte Pfarrer Gattys wegen der fehlenden Genehmigung noch nicht mitteilen, abgedeckt seien sie aber durch eine Kreditaufnahme, Eigenmittel und Zuschüsse vom Bistum.

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