Kinkartz: Arbeitsplatz-Garantie als Erfolg gewürdigt

Von: Georg Pinzek
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Diskussion um den Standort vertagt: Bei Kinkartz wird weiter auch auf Dominosteine gebaut. Sie werden in Broichweiden nach wie vor produziert und auch verkauft. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Im demonstrativen Schulterschluss erläuterten am Freitag Betriebsräte und Repräsentanten der Chefetage der Lambertz-Gruppe im Rahmen einer Pressekonferenz im Aachener DGB-Haus den ausgehandelten Sozialplan für die Belegschaft von Kinkartz.

In der Weihnachtszeit war eine von fünf Backlinien in Broichweiden demontiert und an den Standort von Lambertz Polonia in der Nähe von Kattowitz verlagert worden. Das hatte in Broichweiden die Gerüchteküche über eine Schließung des Werks befeuert. Von einst fünf Backlinien sind aktuell nur noch drei im Betrieb.

„Natürlich ist die Verunsicherung in der Belegschaft groß. Die Leute haben Angst“, sagte Ralf Göbbels, Betriebsratsvorsitzender von Kinkartz. Und weiter: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Angst aus den Köpfen der Kollegen herauskommt.“ Denn: „Dass Unternehmensführung und Mitarbeiter auf einem guten Weg sind“, das versicherte auch Klaus Netzer, Lambertz-Betriebsratsvorsitzender und Konzern-Betriebsratsvorsitzender.

Um die Jobs der 200-köpfigen Stammbelegschaft in Broichweiden zu retten, war bereits Mitte 2014 vereinbart worden, 90-Prozent-Verträge abzuschließen – als mindestgarantierte Arbeitszeit. Außerdem wurde eine flexiblere Arbeitszeit ausgehandelt. Zum Gesamtpaket gehören neben Tonnagegarantien bei der Produktion in Broichweiden auch die Zusage, dass die Backlinie für Blätterteigprodukte in Broichweiden bleibt, damit am Standort weiter Jahresgebäck hergestellt werden kann. Besonders die Saison-Produkte wie Dominosteine und Printen unterliegen starken Auftragsschwankungen. Die Standorte Aachen und Broichweiden bilden laut Konzern ein „Kompetenz-Zentrum“, das auch den Austausch von Personal möglich macht.

Stephan Berens, Kaufmännischer Geschäftsführer der Henry Lambertz GmbH & Co. KG sowie der ehemalige Geschäftsführer Hannes Wieczorek erläuterten, dass die Unternehmens-Gruppe an neun Standorten produziert. „Ein strategisches Konzept, um dabei Synergien zu nutzen“, bezeichnete Wieczorek „in einem hart umkämpften Markt“ als unerlässlich. Die Branche arbeite unter enormen Preisdruck und sich laufend ändernden Verbraucherverhalten. „Das Saison-Geschäft ist zudem sehr stark wetterabhängig“, bekräftigte Berens den Wachstumskurs der Lambertz-Gruppe in anderen Bereichen. Zum 1. Mai übernimmt der Aachener Süßwarenhersteller die Nürnberger Lebkuchen- und Dauerbackwarenfabrik ifri Schumann GmbH & Co. KG mit ihrer Nougatherstellung.

„Ein gutes Ergebnis“

Peter Mogga, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG), sowie die Betriebsräte versicherten, „dass in langen Verhandlungen und guten, konstruktiven Gesprächen zum Wohle der Stammbelegschaft ein Interessenausgleich geschaffen wurde“. Die Arbeitsplatzsicherheit habe dabei Priorität gehabt. Mogga betonte: „Betriebsräte und NGG können sich auf die Fahne schreiben, dass es gelungen ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Der Belegschaft sei bewusst, dass Produkte und Produktionsstätten laufend auf dem Prüfstand stehen. „Natürlich ist unser Ziel, wieder zu 100 Prozent zu kommen“, bekräftigte Betriebsratsvorsitzender Göbbels und würdigte die Arbeitsplatz-Garantie für die Belegschaft.

Eine Standort-Garantie kann Lambertz dem Tochterunternehmen in Broichweiden aber offenkundig nicht geben. Berens erklärte: „Wir müssen von Jahr zu Jahr, von Saison zu Saison disponieren, um uns am Markt zu behaupten.“

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