Kindergarten „Sonnenschein“ an der Mariastraße fertig gestellt

Von: Stefan Schaum
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Kuschel- und Spielecke für Klein und Groß: Grundsätzlich können alle Kinder auch alle Räume in der neuen Kita nutzen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Maria Görtz hat keinen Grund, nostalgisch zu werden. Nein, sagt die Leiterin des Familienzentrums „Sonnenschein“, sie vermisse die alten Räume im Kirchwinkel nicht. Und warum sollte sie auch? Seit knapp sechs Wochen ist der Neubau neben dem Rathaus an der Mariastraße zu einer Heimat für mittlerweile 65 Kinder geworden, denn mit dem Umzug kam eine vierte Gruppe hinzu.

Und alle haben mächtig Spaß, weil es jetzt von allem viel mehr gibt: mehr Platz, mehr Licht, mehr Spielmöglichkeiten. Sogar eine Rutschbahn, die ins Freie führt. Die ist überhaupt der ganz große Renner. Mit Schwung können die Kinder jetzt aus der oberen Etage der Kita direkt in den Rindenmulch auf dem Außengelände sausen. Dieses Gelände muss zwar erst noch richtig grün werden – bis dahin wird der Rollrasen durch provisorische Bretter-Brücken geschützt –, doch der Kita-Alltag hält schon Einzug. „Uns ist hier ein richtiges Kinderparadies hingebaut worden“, schwärmt Maria Görtz.

Not wird zur Tugend

Aus der Not eine Tugend machen – hier passt der Satz mal richtig gut. Denn der Umzug der Kita, deren Trägerin die Städteregion Aachen ist, war erforderlich geworden, weil die Stadt Platz schaffen musste für die weiteren Schritte auf dem Weg zum geplanten Einkaufszentrum am Feuerwehrturm. Auch andernfalls hätte wohl „einiges passieren müssen“ in dem in die Jahre gekommenen Gebäude, sagt Maria Görtz, die dort vor 27 Jahren begonnen hat. Gut 665 Quadratmeter Platz gibt es in dem rund 1,4 Millionen teuren Neubau. Deutlich mehr Fläche als zuvor. „Das passt perfekt zu uns, weil wir das pädagogische Konzept ‚Haus der Kinder‘ umsetzen“, sagt Görtz. Dazu gehören Freispielphasen, in denen die Kinder überall umherflitzen und sich ihre Schwerpunkträume aussuchen dürfen. Da gibt es einen Theaterraum mit Holzbühne, einen Schlaufuchsraum mit Lernmaterial, einen Bauraum mit Werkzeug, einen Kunstraum und eine kuschelige Nestgruppe für die ganz Kleinen, denn auch 22 Plätze für U3-Kinder ab vier Monaten gibt es. Durch den Bau ist viel Flexibilität im täglichen Betrieb ermöglicht worden – so hatten es sich auch der Elternbeirat und die Kleinen bei einer eigenen Kinderkonferenz gewünscht. „Viele ihrer Wünsche sind in den Bauplan mit eingeflossen“, sagt Maria Görtz. Etwa ein eigener Raum für das „Kindercafé“, in dem die Knirpse morgens gemeinsam frühstücken können. Oder Bücherecken für die Gruppenräume. Fast überall findet sich Lesefutter, das die Kinder zur Hand nehmen können. Eine breite Treppe verbindet die beiden Etagen – und auf den Stufen signalisieren Ampelmännchen, dass hier Rechtsverkehr herrscht. „Auch wenn hier immer viele in Bewegung sind, verliert niemand den Überblick“, sagt Görtz.

Ein altmodischer Gong

Angesichts so vieler neuer Dinge haben die Erzieherinnen nur wenig Material aus ihrer alten Kita mitgenommen. Etwas Spielzeug und den alten Gong, der morgens um punkt 9.00 Uhr geschlagen wird und den Eltern signalisiert: Bitte das Haus verlassen, jetzt gehört es allein den Kindern! Eine Tradition, die auch am neuen Ort gepflegt werden soll.

Dass Maria Görtz jetzt ihr Büro nicht mehr räumen muss, wenn einer der Kooperationspartner des Familienzentrums Beratungsstunden anbietet, ist ebenfalls ein Vorzug. Wie überhaupt die ganze Lage des Gebäudes. Immer noch dicht dran am Park, aber jetzt noch dichter an den Senioren, die in dem Gebäude der Diakonie gleich auf der anderen Straßenseite wohnen. Kontakt zu ihnen wurde auch zuvor schon gepflegt, doch nun sei diese Generationenbrücke noch deutlich enger. „Als wir ein paar Tage im Kindergarten waren, stand morgens eine Seniorin vor der Tür mit einem kleinen Traktor, auf dem Kinder fahren können“, erinnert sich Maria Görtz. „Ich habe gesehen, dass die Kinder so einen noch nicht haben“, habe die Dame gesagt – und den Kindern das Gefährt geschenkt. Auf die Nachbarschaft. Görtz: „Wir sind hier einfach sehr gut angekommen.“

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