Nordkreis - „Kinder trauern anders“: Ehrenamtliche gesucht

„Kinder trauern anders“: Ehrenamtliche gesucht

Von: nt
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Michael Genten und Iris Demmer vom Ambulanten Hospizdienst der Aachener Caritasdienste, Beatix Hillermann, Trauerbegleiterin der GdG Alsdorf, und die Pfarrerinnen Petra Hartmann und Annegret Helmer von der Christusgemeinde rufen mit ihren Institutionen das Kinder- und Jugendtrauerprojekt ins Leben. Foto: Tocay

Nordkreis. Was bedeutet es für Kinder und Jugendliche, wenn ein Elternteil oder die Großeltern sterben? Welchen Einfluss nimmt das auf ihre Entwicklung? Und vor allem: Wie kann man ihnen in diesen traurigen Momenten beistehen? Eine Antwort auf diese Fragen hat Trauerbegleiterin Beatrix Hillermann von der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Alsdorf.

Als Schulseelsorgerin kommt sie beinahe täglich in Kontakt mit trauernden Heranwachsenden.

Damit diesen künftig noch besser geholfen werden kann, hat sie die Entwicklung eines Projekts unter dem Motto „Kinder trauern anders“ angestoßen – das erste seiner Art im Nordkreis. Organisiert wird es von den Caritasdiensten der Region Aachen, der Evangelischen Christusgemeinde, der Pfarreien St. Castor und St. Johannes XXIII, die gemeinsam als Trauernetzwerk Alsdorf agieren.

Interessierte Menschen sollen in einem 80-stündigen Kurs zu ehrenamtlichen Trauerbegleitern ausgebildet werden. „Oft schlüpfen Kinder, wenn beispielsweise ein Elternteil stirbt, in die Rolle eines Erwachsenen, um den hinterbliebenen Elternteil zu stützen“, erklärt Hillermann. Ihre eigenen Gefühle könnten sie dann nur schwer verarbeiten.

In Gesprächen und mit kreativen Übungen sollen die Trauerbegleiter nach ihrer Ausbildung die Kinder und Jugendlichen über einen individuellen Zeitraum begleiten.

Im Kurs lernen sie, auf unterschiedliche Trauersituationen und -prozesse einzugehen, setzen sich selbst mit ihren eigenen Biografien und den eigenen Grenzen auseinander. „Einige können vielleicht besser mit Kindern umgehen, andere würden lieber einen Jugendlichen begleiten“, erklärt Hillermann. Symbole oder Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine persönliche Schatzkiste mit Erinnerungsstücken oder eine Mind-Map in Gedenken an den Verstorbenen, können für alle Altersklassen eine Unterstützung im Verarbeitungsprozess sein.

Auch ein Exkurs in die Palliativmedizin und Hospizarbeit findet im Rahmen des Kurses statt. Im Anschluss unterstützt die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit eine Fachkraft für Trauerbegleitung, so dass sie die Möglichkeit haben, auch selbst das Erlebte zu verarbeiten.

Um den Kurs, der in Alsdorf stattfindet, absolvieren zu können, sind keine pädagogischen Kenntnisse nötig. Die Teilnehmer müssen einen Eigenbetrag von 160 Euro entrichten, die jedoch nach einem Jahr ehrenamtlicher Arbeit zurückgezahlt werden. Um teilzunehmen, ist eine Anmeldung zwingend erforderlich – ebenso wie ein Vorgespräch. Weitere Informationen gibt es bei Beatrix Hillermann, Telefon 02404/6796752, oder per E-Mail an beatrix.hillermann@bistum-aachen.de.

Spendenkonto

Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bistum Aachen.

Um das Projekt darüber hinaus zu unterstützen, wurde ein Spendenkonto eingerichtet unter dem Stichwort Kinder- und Jugendtrauerprojekt, IBAN: DE54 3905 0000 1070 2071 11.

Auch für Erwachsene bieten die Institutionen des Trauernetzwerks Begleitungsangebote an; darunter ein Trauercafé jeden zweiten Samstag im Monat von 15 bis 17 Uhr, Gesprächskreise, Einzelgespräche sowie den Dienst in weiterführenden Schulen.

 

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