Aachen/Herzogenrath - Kinder tanzen im Museum zwischen den Kunstwerken

Kinder tanzen im Museum zwischen den Kunstwerken

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Herzogenrath. Jungen und Mädchen schweben wie Flugzeuge durch den Raum, lassen sich nieder und erheben sich erneut. Sie kreisen vor einer gelben Skulptur gleich im Eingang des Ludwig Forums.

Marvin von der Europaschule aus Herzogenrath denkt bei ihrem Anblick an zerstreute Flugzeugteile, und dieser Eindruck war auch die Grundlage für die daraus entstehende Choreografie. 60 Kinder der Europaschule und der Roderschule in Herzogenrath haben sich auf ganz ungewöhnliche Weise mit den Kunstobjekten im Ludwig-Forum auseinandergesetzt.

Und dabei kamen sie vielen Objekten, mit denen sie im ersten Moment offenbar nicht viel anfangen konnten, dann doch noch auf die Spur. Und so kam Marvin von der Europaschule bei einer Skulptur, die ihm erst so gar nichts sagte, schließlich zu dem Schluss: „Das ist wirklich Kunst.“

Eigene Deutung im Mittelpunkt

Im Rahmen des Projektes „Moving Pictures“ besuchten die Schüler das Ludwig-Forum gleich mehrere Male und setzten sich dort mit der ausgestellten Kunst auseinander. Sie suchten sich ihre Objekte selbstständig aus und machten sich Gedanken darüber. Ihre eigene Deutung stand im Mittelpunkt, denn daraus entwickelte sich schließlich die Choreografie.

Insgesamt an sieben Standorten im Museum tanzen die Schüler ihre Interpretation von Kunst. Und es ist ganz offensichtlich, dass sie begeistert sind von den Projekt. „Wir nehmen viel mit“, schwärmt beispielsweise Lea von der Europaschule. Und Lea von der Roderschule findet das Projekt vor allem deshalb so gut, weil die Kinder entscheiden durften.

Am Freitag, 3. Juni, führen die Schüler ihre Choreografien rund um die Kunst im Ludwig-Forum vor. Die freie Choreografin Catharina Gadelha weist aber darauf hin, dass es sich streng genommen gar nicht um eine Aufführung handelt. Es sei mehr so etwas wie eine Tanz-Werkstatt. Seit Januar arbeitet sie mit den Kindern an dem Projekt – und ist begeistert.

„Sie haben super mitgearbeitet und waren sehr konzentriert bei der Sache“, schwärmt sie. Sie habe es sich schwieriger vorgestellt, mit einer so großen Gruppe zu arbeiten. Mit dem Ergebnis dürfte sie zufrieden sein. Immerhin hat das Projekt die Schüler nicht nur in Bewegung gebracht, zum anderen haben sie offensichtlich einen Zugang zu vielen Kunstobjekten gefunden.

Ohne Notendruck

Und dass die Jungen und Mädchen von der Europaschule das Fach „Darstellen und Gestalten“ haben, hat sich laut Gadelha durchaus bemerkbar gemacht. „Man spürt, dass sie Erfahrung mit kreativer Arbeit haben“, sagt sie. Und das kann Schulleiter Michael Schmitt nur unterstützen. Das Fach gebe den Schülern vor allem auch die Gelegenheit, sich ohne Notendruck auszuprobieren, meint er. Und das solle auch so bleiben.

Die choreografische Auseinandersetzung mit Kunst war aber offensichtlich für alle Schüler eine ganz besondere Erfahrung. Und Imke Voigt, Lehrerin an der Europaschule und Initiatorin des Projekts, dankte noch einmal ganz ausdrücklich für die Kooperations-Bereitschaft des Ludwig-Forums. Denn dass man 60 Kinder im Museum zwischen all der Kunst tanzen lasse, sei nicht selbstverständlich.

Die Schüler präsentieren ihre Choreografien am heutigen Freitag, 3. Juni, um 18 Uhr, und am Samstag, 4.Juni, um 15 Uhr im Ludwig-Forum an der Jülicher Straße 97-109. Der Eintritt ist frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert