Kinder müssen Halt finden

Von: Hanna Sturm
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Kinder sind ein bisschen wie Efeu: Eveline Kruse und Ulla Marx (v.l.) beim Elternkompetenzkurs im Familienzentrum Villa Kunterbunt. Foto: Hanna Sturm

Herzogenrath. Es gibt typische Situationen, in denen Mütter und Väter nur schwer konsequent bleiben können. Etwa wenn sich der Sohn im Supermarkt lauthals protestierend auf den Boden wirft und immer mehr Kunden auf das kleine Drama aufmerksam werden, wenn die Zeit drängt oder wenn die Tochter einfach nicht aufhören will zu quengeln und die Eltern nachgeben um endlich Ruhe zu haben.

Aber auch wenn sie oft noch so schwer fällt: Konsequenz ist ein wichtiger Pfeiler in der Kindererziehung. Eveline Kruse hat für diesen Zusammenhang ein schönes Sinnbild: „Kinder sind ein bisschen wie Efeu. Sie sind stark und widerstandsfähig, aber können nur wachsen, wenn sie irgendwo Halt finden.” Kinder seien eigentlich erst zufrieden, wenn sie eine Person fänden, die sie führe und leite, so Eveline Kruse.

Die erfahrene Erzieherin veranstaltet seit mehreren Jahren Kurse zu Erziehungsthemen für das Baesweiler Helene-Weber-Haus ab, das auch mit dem Familienzentrum Villa Kunterbunt in Straß kooperiert. Dort hatten sich nun zehn Mütter und Väter zusammengefunden um etwas zum Thema „Konsequente Eltern - zufriedene Kinder” zu erfahren.

Eveline Kruse möchte in diesen Elternkompetenzkursen erreichen, dass die Eltern ihr Verhalten in typische Situationen reflektieren. „Die meisten Eltern sind einfach unsicher und auf der Suche, wie sie gut und richtig mit ihren Kindern umgehen können”, erklärt die Erzieherin, warum es wichtig sei, die Eltern in ihrem Handeln zu bestärken.

Der gut besuchte Elternkompetenzkurs ist nur ein Bestandteil des Angebots im Familienzentrum Villa Kunterbunt. Vor drei Jahren begann die Kindertagesstätte zusätzlich zur normalen Bildungs- und Betreuungsarbeit auch Hilfsangebote rund ums Familienleben zu veranstalten. Regelmäßig finden offene Angebote statt, etwa das Storchencafé für Eltern mit Babys, eine Eltern-Kind Spielgruppe, das Eltern café und auch ein Seniorencafé.

Bei diesen Gelegenheiten können sich die Besucher in lockerer Atmosphäre austauschen und Kontakte knüpfen. Zusätzlich finden Kursangebote für Kinder statt, zum Beispiel Blockflötenunterricht, ein Englischkurs oder Inlineskaten. Diese kostengünstigen Kurse richten sich auch an Eltern, die ansonsten nicht die Gelegenheit haben, ihre Kinder nach dem Kindergarten noch zum Sportverein oder in die Musikschule zu fahren.

Für die Eltern gibt es ein breites Spektrum an Sport- und Entspannungsangebote, Beratungsstunden bei Erziehungsfragen und Informationsabende rund um Kinder und Familie. „Anfangs waren die Eltern ein bisschen skeptisch und befürchteten, dass die Kinder vielleicht zu kurz kommen könnten. Aber jetzt genießen sie die ganzen zusätzlichen Möglichkeiten”, resümiert Ulla Marx, die Leiterin der Villa Kunterbunt.

Durch das Familienzentrum sei ein Netzwerk entstanden, das es erlaube, auf direktem Weg Probleme zu lösen. „Ich habe auch gemerkt, dass sich die Eltern eher öffnen und Hemmschwellen abgebaut werden”, so Marx. Aber nicht nur Familien der Kindertagesstätte sondern auch die anderen Bewohner des Stadtviertels sollen von dem Familienzentrum profitieren. „Unser großes Ziel ist es, für den ganzen Sozialraum da zu sein. Deshalb will ich wissen, was die Menschen hier brauchen”, erklärt Marx, wie sich das Familienzentrum in nächster Zeit noch mehr öffnen will. So sollen die Kooperationen mit der Grundschule Straß und dem Kindergarten St. Josef noch intensiviert werden.
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