Herzogenrath - Kinder mögen die Lehrerin mit dem charmanten Akzent

Kinder mögen die Lehrerin mit dem charmanten Akzent

Von: Elisa Zander
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Unterricht auf deutsch mit lit
Unterricht auf deutsch mit litauischem Akzent: Eglé Danieliuté unterrichtet in ihrem Praktikum die Schülder der 3a der GGS Kohlscheid-Mitte. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Das Frühlingsgedicht an der Tafel ist Grundlage für diese Stunde. Die Schüler der 3a malen ein Bild mit Bäumen und Wiesen. Mittendrin steht Eglé Danieliuté und begutachtet die kleinen Kunstwerke, die die Schüler ihr stolz zeigen.

Seit Anfang Februar ist die 22-Jährige aus Litauen in Herzogenrath als Praktikantin an der GGS Kohlscheid-Mitte. Die Studentin der Deutschen Philologie ist zum dritten Mal in Deutschland, arbeitet zum ersten Mal mit Kindern. „Das war anfangs sehr kompliziert”, erinnert sie sich. „Die Kinder sprechen schnell und wenn ich etwas sage, muss ich überlegen, welche Grammatikform richtig ist.” Nachdem sie alle Klassen besucht hatte, ist sie nun dauerhaft in der 3a, die von Brigitte Frenz unterrichtet wird und übernimmt selbst einige Unterrichtseinheiten.

Die dunkelblonden Haare hat Eglé Danieliuté mit einer Spange zurückgebunden, sie trägt zu Jeans und blauem Pullover auffälligen Holzschmuck. Offen erzählt sie von sich und Litauen, ein Land, das ganz und gar anders ist als Deutschland: Die Landschaft sei weiter, die Stadtgrenzen deutlicher, nicht verschwimmend wie etwa bei Aachen und Vaals.

Etwas über ihre Heimat hat sie auch den 26 Schülern der 3a erzählt, Fotos und Litas, Währungsstücke aus Litauen, gezeigt. „Und sie hat uns etwas auf litauisch beigebracht”, erzählt Sophia Jacoba-Stimming und holt ihr Schreibheft aus dem Schulranzen. Schnell wird sie fündig und liest vor: „Hallo heißt Sveiki.” Die Achtjährige hat Eglé Danieliuté wie ihre Mitschüler schnell ins Herz geschlossen. „Die ist nicht so streng”, verrät Demi Roggenbau. Und Hausaufgaben die gebe es von Eglé, wie die Schüler sie nennen dürfen, auch nicht.

Es gefällt ihr hier

Schulleiterin Hedwig Ahrens hatte im vergangenen Jahr den Kontakt zu der Studentin aus Litauen aufgenommen. „Wir nehmen gerne Praktikanten, damit sie den Schulalltag bei uns kennenlernen. Eglé macht ihre Arbeit bei uns gut”, zieht sie nach knapp zwei Monaten ein positives Resümee. „Darum haben wir ihr auch den Job in der OGS angeboten.” Dort ist Eglé Danieliuté als Betreuerin eingesetzt, hilft etwa bei den Hausaufgaben, spielt Gesellschafts- und Schulhofspiele mit den Kindern.

Als Eglé Danieliuté ihr Studium 2008 an der Vilnius Universität in Kaunas aufnahm, konnte sie kein Wort deutsch. Mittlerweile spricht sie, untermalt von einem charmanten Akzent, nahezu fließend. Zwar sind sich die Schüler etwas uneinig darüber, ob sie Eglé Danieliuté nun gut verstehen oder nicht, aber „toll” und „nett” finden sie sie alle. Und dass sie „gut erklären kann” ist ebenfalls eine einhellige Meinung. „Wenn wir etwas nicht verstehen, kommt sie noch mal und erklärt uns das, das ist schön”, erzählt Luis Vangangelt (8). Davon profitiert auch Exauce Luamba (9). „Wir machen zusammen in der OGS die Hausaufgaben. Im Unterricht kann ich sie dann immer vorstellen.”

Noch einen Monat bleibt Eglé Danieliuté an der Schule, nach weiteren drei Monaten geht sie zurück nach Litauen. Ihr Uni-Abschluss steht dann an. Aber sie will auf jeden Fall zurückkommen und einen Master-Studiengang aufnehmen. In Aachen? „Das ist mir eigentlich egal, Hauptsache in Deutschland”, sagt sie und lacht. Es gefällt ihr hier. Berühmte Schriftsteller und Philosophien sowie die deutsche Geschichte interessieren sie sehr. Und vielleicht besucht sie dann auch noch einmal die GGS in Kohlscheid. Die Schüler würden sich jedenfalls sehr freuen.
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