Kinder kontrollieren: Rote Denkzettel für die Temposünder

Von: mabie
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Alles im Blick: Auch vom Polizeiwagen aus konnten die KInder in Klinkheide die Aktion mitverfolgen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Einer, der hier bestimmt nicht genannt werden möchte, hat sich am Dienstag nahe der Grundschule in Klinkheide ordentlich Schimpfe abgeholt. Denn er war viel zu schnell unterwegs. Doch nicht etwa die Polizei hat den Mann ermahnt, sondern der kleine Jannik. Der hat sich als Helfer der Polizei des Fahrers angenommen.

Mit einer roten Karte in der Hand wies er freundlich aber bestimmt den Eiligen darauf hin, was passieren kann, wenn Fahrer die rund um die Schule vorgesehene Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhalten. „Wir müssen dann ständig Angst haben, dass sie nicht bremsen können oder uns zu spät sehen!“

Der Mann hinterm Lenkrad schrumpfte angesichts dieser Ansprache schnell zusammen und war nach einhelliger Meinung der an der Aktion „Denk- und Dankzettel“ beteiligten Beamten hinter dem Lenkrad beinahe nicht mehr zu sehen. Polizist Uli Schellin war sehr zufrieden mit seinem jungen Schützling aus der vierten Klasse der Grundschule. „Wir sagen den Kindern, dass sie mit allen Verkehrsteilnehmern freundlich sprechen, damit unser Anliegen, das Tempo einzuhalten, freundlich transportiert wird.“

An zwölf Stellen in der Region haben am Dienstag Polizei und Kinder genau hingesehen, ob die Autofahrer sich auch wirklich an die Regeln im Straßenverkehr halten. Dabei durften die Kinder auch selbst testen, wie das mit dem Tempomessen geht. Als erfahrener Beamter zeigte Dirk Mark ihnen das Prozedere, bei dem mit einer Radarpistole Abstand und Tempo gemessen werden. Neben den roten Zetteln, die um die Mittagszeit einigen zu eiligen Fahrern ausgehändigt wurden, gab es in Klinkheide auch Belohnungen in Form von grünen „Dankzetteln“ für diejenigen, die sich an das Tempolimit hielten.

Zwar schauten zunächst einige der Fahrzeugführer ein wenig irritiert, als sie trotz angepasster Fahrweise von der Polizei angehalten wurden.

Doch das änderte sich schnell, als der Sinn der Aktion deutlich wurde. „Die Kinder machen ihre Sache gut“, kommentierte Wilhelm Lesmacher, Verkehrssicherheitsberater der Polizei im Bereich Herzogenrath. Und Lehrerin Christine Bortsch ergänzte, dass die jetzt noch jungen Kinder letztlich „ruckzuck auch selbst Autofahrer seien“, die sich dann vielleicht an die Aktion erinnerten. Am Lernstoff in der Schule sollte es jedenfalls nicht scheitern, denn im Unterricht wurden die Grundschüler gut auf die konzertierte Aktion mit der Polizei vorbereitet. „Wir sind Verkehrsregeln durchgegangen, haben die Unterschiede zwischen langsam fahrenden Autos und zu schnellem Fahren erläutert und darüber gesprochen, wie es mit dem Bringen und Holen der Kinder direkt am Schultor ist“, sagte Bortsch. Genau da liege übrigens noch ein wenig der Hase im Pfeffer.

Denn wenn die Eltern kurz vor knapp die Kinder abliefern, sorgen sie selbst nicht selten für gefährliche Situationen. So bleibt es im Interesse aller, die Regeln einzuhalten und vielleicht als Elternteil die etwa in Klinkheide nur wenige hundert Meter entfernte „Elternhaltestelle“ anzufahren. „Das ist besser, denn die Kinder können dann einen Stück des Weges alleine zurücklegen, können sich unterwegs unterhalten und kommen ausgeglichener in der Schule an“, sagte Lesmacher.

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