Herzogenrath - Kinder in der Europaschule „Schritt für Schritt“ fasziniert

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Kinder in der Europaschule „Schritt für Schritt“ fasziniert

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Silvia Pahl (l.) und Klaus Wilmanns touren schon seit Oktober 2009 mit „Schritt für Schritt“ – und begeistern, weil es endlich mal ein Theaterstück für die ganz Kleinen ist.

Herzogenrath. Die brauchten keine Worte. Die können einfach so fröhlich sein. Oder fordernd, langsam, schnell, hüpfend, springend. Das konnten alles die Füße. Die gehörten Silvia Pahl und Klaus Wilmanns. Zu sehen waren sie auf der Bühne der Europaschule in dem Stück „Schritt für Schritt“ – Der Lauf des Lebens.

Das war ein Theaterstück für die Allerkleinsten, ab fast drei Jahren. Und so wurde das Wachstum auf der Bühne ohne Worte thematisiert. „Sobald sich etwas bewegt, kann etwas wachsen, gedeihen und sich entfalten“, erklärte Schauspieler Wilmanns, der schon seit drei Jahren mit dem Stück nicht nur durch Deutschland tourt. Gerade waren er und Partnerin Silvia Pahl auch in Washington und Indien, eingeladen vom Goethe-Institut, um „Schritt für Schritt“ zu spielen. „Das hat gut funktioniert, weil wir ohne Sprache auskommen“, sagte Silvia Pahl.

Mit Gestik und Mimik, mit instrumentaler Musik, mit Bewegungen – so funktionierte dieses Theaterstück. Die kleinen Kinder waren ebenso ruhig und fasziniert wie ihre Eltern. Völlig gebannt starrten alle auf die Bühne. Das Stück begann mit einem Pusten des Publikums, denn das war nötig, damit aus Stillstand Bewegung wird. Ein Ausatmen, ein Klang, auch eine Idee kann nämlich Bewegung in Gang setzen, welche die nächste Bewegung auslöst und wiederum die nächste – und schon liefen sie. Die Schauspieler und die Füße. Und die Kinder jauchzten vor Freude. Da tanzte Silvia Pahl, lachte, probierte eine Bewegung aus, entwickelte sie weiter.

Was geschieht eigentlich, wenn ich lerne, mit meinen Füßen auf dem Boden abzurollen? Die Spieler erkundeten den Zusammenhang zwischen Mensch und Erdboden. Sie machten sich mit dem Boden vertraut, schmiegten sich innig mit ihren Fußsohlen an den Untergrund, berührten ihn kräftig, mal sanft – der Boden wurde zum Mitspieler. Und was geschieht, wenn sich die Spieler für Augenblicke vom Boden lösen, einen Moment abheben, schweben? Eine Ahnung hatten die Erwachsenen im Publikum: Am Boden verhaftet zu sein ist kein Gegensatz der Freiheit, sondern deren Voraussetzung. Wer fest auf dem Boden steht, kann ihn nutzen – zum Sprung.

Die Inszenierung „Schritt für Schritt“ bildet Bewegung nicht einfach ab. Sie stellt spielerisch erkundend Fragen nach der Bedeutung von Stillstand und Bewegung, von Gewicht und Leichtigkeit. Silvia Pahl und Klaus Wilmanns schaffen durch Neugier und Experimentierfreude Spielräume, die der Fantasie der kleinen und großen Zuschauer Flügel verleihen. Einfache Schritte und Gänge werden zu Spielen, Tänzen und Miniaturgeschichten, so lebendig und magisch, dass es nicht verwundert, wenn die Welt auf den Fußsohlen läuft. Und die brauchten einfach keine Worte. Die konnten so fröhlich sein, dass auch das Publikum fröhlich war und lachte.

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