Kinder entdecken das Energeticon

Von: mabie
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„Glück Auf!“, aber richtig laut: das lernten die OGS-Kinder in Alsdorf bei ihrer Tour mit Dorothee Schmitt (l.) bei ihrer Tour im Energeticon auch. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Es quietscht ein ganz klein wenig, als Marius mit schneller Hand die Drehkurbel im Keller des Energeticons betätigt. Immer schneller dreht der Grundschüler die Kurbel, bis sich der aufgestaute Druck unter der kleinen Kunststoffrakete mit einem tiefen Plopp entlädt und das Spielzeug in die Höhe fliegt.

Einmal fliegen lassen, ist natürlich kein Mal fliegen lassen, und so dreht Marius munter weiter an der Kurbel – auch, um das eigentümliche Geräusch noch mal zu hören.

Genau darum ging es bei der inzwischen vierten Alsdorfer Ferienakademie. Die sorgte nicht nur dafür, dass Jungen und Mädchen wie die 30 Kinder aus den Grundschulen in Ofden und Hoengen selbst in den Ferien freiwillig zur Schule gehen. „Naja, schmackhaft machen müssen wir es ihnen schon“, räumte Michael Heller ein, der die OGS in Hoengen leitet. Dafür bietet das Energeticon einen idealen Boden. „Denn die Erfahrungen, die Kinder hier machen können, sind auch wegen der großen Bergbaugeschichte der Stadt ganz wichtig“, sagte Rita Wegner, OGS-Leiterin in Ofden.

Herausfinden, was ankommt und was nicht, war aber nur ein Teil der Vorbereitung dieser vierten Akademie. Sich vernetzen, zeigen, was es mitunter auch bei den Nachbarn für tolle Einrichtungen gibt, das war ein anderer Teil des vom Alsdorfer Förderkreis für Kinder und Familien (Akifa) in Kooperation mit den Schulen und dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen vor Ort organisierten Programms. Dieses Mal drehte sich übrigens unter dem Titel „klingen, schwingen, hören“ alles um die Geräuschwahrnehmung. Oder eben auch nicht, wie Gabi Roentgen als Leiterin des Bildungsbüros anmerkte. „Die Schüler wussten wegen eines Experiments ganz genau, dass man im Weltraum gar keine Geräusche hören kann“, so Roentgen.

„Klasse war auch, dass ein Schüler fragte, wer denn den Urknall gehört haben kann, wenn der schon so lange her ist“, ergänzte Harald Richter, Geschäftsführer des Energeticons. Der freute sich übrigens nicht nur darüber, dass die Einrichtung als Teil des Programms dafür sorgt, dass Schüler später gerne noch einmal wiederkommen. Er betonte auch, dass vor allem Kinder immer weniger Heimatgeschichte parat haben. „Das Ende des EBV in unserer Region ist für die so etwas wie Karl der Große: früher irgendwie“, sagte er. Und damit brachte er die Generationenbrücke, die eine solche Beschäftigung mit der Bergbaugeschichte auch spannen kann, als moderne Form der Heimatkunde ins Spiel.

„Was die Kinder in der Ferienakademie erfahren, lässt sie manches Mal staunen“, weiß auch die pädagogische Fachberaterin der Akifa, Sabine Crampen, „das ist für sie ein herrliches Gefühl, das neugierig macht, mehr zu erfahren“.

Dafür sorgte sicherlich auch Dorothee Schmitt, die mit den Schülern in zwei Gruppen das anschauungs- und geräuschreiche Programm im Energeticon komplett, aktiv und zeitweise auch wild durchlief. Beim „Steigerlied“ sangen die jungen Alsdorfer am Ende dann so laut und textsicher mit, wie es wohl kaum einer von Grundschülern unserer Tage erwartet hatte. Dank Helm und LED-Kopflampe durften sich die jungen Entdecker nicht nur beim Erkunden von Geräuschen ein bisschen so fühlen wie die Kumpels damals unter Tage. Damit hatte sich das auch vom stellvertretenden Akifa-Vorsitzenden Klaus Spille avisierte Ziel, „den Kindern vielfältige und anregende Lernerfahrungen zu vermitteln und sie mit erlebnisorientierten, kindgerechten Angeboten für das Lernen zu begeistern“, im Handumdrehen erfüllt. Und der Spaß kam auch nicht zu kurz, denn wer nur einen Augenblick Zeit hatte, den Grundschülern zuzuschauen, erkannte schnell, dass sie total begeistert waren.

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