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„K.I.N.D.“: In 20 Jahren von Kindern zur Kultur

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Jetzt wird vor allem gesungen: „K.I.N.D.“-Macherin Beatrix Schongen (r.) hat sich für die aktuellen Musicalproben Tenor Mario Taghadossi (2.v.r.) ins Team geholt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Zu Beginn ging es noch um handfeste Dinge, nämlich um Kita-Plätze. Vor 20 Jahren fanden sich in Warden und Mariadorf gut 40 Eltern zusammen, die gemeinsam auf die Barrikaden gingen, um Betreuungsplätze für ihre Kinder zu bekommen.

Das war noch, bevor 1996 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem dritten Lebensjahr in Kraft trat. „War ‘ne abenteuerliche Zeit“, erinnert sich Beatrix Schongen. Sie ist eine Frau der erste Stunde und heute noch Sprecherin des Vereins „K.I.N.D.“, der das Resultat der damaligen Bemühungen ist. Auch wenn es mittlerweile längst nicht mehr um Kita-Plätze, sondern um Kultur geht.

Start der „Biberburg“

Immerhin: Die ersten Bemühungen des Vereins waren recht erfolgreich. „Wir haben es geschafft, dass aus dem alten Hof Breuer ein integrativer Kindergarten geworden ist.“ Dass der Hof zum heutigen Familienzentrum „Biberburg“ wurde, schreibt sie sich gerne als Erfolg auf die Fahnen – selbst wenn nichts aus dem „K.I.N.D.“-Wunsch geworden sei, selbst die Trägerschaft für die Kita zu schultern und stattdessen die Stadt übernahm.

Weitere Projekte folgten rasch. 1997 startete der Verein im ehemaligen Jugendheim an der Mariadorfer Marienstraße ein Internetcafé. „Damals das erste weit und breit“, sagt Schongen und legt als Anekdote obendrauf, dass seinerzeit sogar eine Managerin von Microsoft am Eröffnungstermin teilgenommen habe. „Das war schon was ganz Besonderes, dieses Café.“ Zwar war das Licht in dessen Räumen nach fünf Jahren wieder aus, doch in dieser Zeit fanden dort auch Hausaufgabenangebote und Betreuung nach dem Schulunterricht statt, lange bevor es Offene Ganztagsschulen gab. „Unser Verein ist mit den Kindern gewachsen“, sagt Schongen. Und als die Kleinen groß waren, ging es stramm in Richtung Kultur. Überhaupt sei das Vereinskürzel recht flexibel. So stand „K.I.N.D.“ früher mal für „Kindgerecht, International, Naturverbunden, Demokratisch“. Heute verbindet Schongen die ersten beiden Buchstaben mit „Kulturell und Inklusiv“. Sie hat die Musicals entdeckt und kann sie in großem Maßstab aufziehen. Schließlich ist der Verein als freier Träger der Jugendhilfe der Stadt Alsdorf anerkannt, und kann als solcher von vielen Fördergeldern profitieren, die Stiftungen, Land und Bund zur Verfügung stellen. Das, was die 52-jährige Schongen als Buchautorin in „Das Schwarze Gold des Berges“ schrieb, hat sie in variierter Form als Musical auf die Bühne gebracht. „Goal“ und „Grey“ gab es bereits, im Juni will sie mit „Blue“ nachlegen und probt derzeit eifrig mit jungen Sängern, von denen viele ihre ersten Bühnenerfahrungen sammeln. Auch Tenor Mario Taghadossi hat sie als Coach mit ins Boot geholt. Weitere Pläne hat sie auch. Und wenn man so will, sind die nicht weniger abenteuerlich als die Anfänge von „K.I.N.D.“, als die Mitstreiter bei den Politikern mit ihren Plänen aufkreuzten. Einen Zirkuswagen will Schongen flott machen und damit ab Ende 2014 über die Lande fahren. Ob mit ihren Sängern, mit Artisten oder als Geschichtenerzählerin? Das weiß sie noch nicht so genau. Aber an neuen Ideen hat es „K.I.N.D.“ ja noch nie gemangelt.

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