Kfz-Diebstahl: Polizei warnt vor Ersatzteilhandel im Internet

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Begehrt: Werden Navis spottbillig angeboten, sollte der Käufer vorsichtig sein. Foto: stock/CTK Photo

Herzogenrath/Städteregion. Elektroingenieur Thorsten Ostermann hat sich gewundert, wie schnell auch modernste Wagen geknackt sind. Er ärgert sich darüber, „dass man einfache Tools, um Wegfahrsperren und serienmäßige Alarmanlagen zu umgehen, sehr billig im Internet kaufen kann“. Und das nicht etwa unter der Hand, sondern auf ganz normalen Verkaufsplattformen.

Ostermann: „Das weiß man als unbedarfter Autofahrer zunächst aber nicht, bis irgendwann mal das eigene Auto nicht mehr da steht, wo es hingehört. Ob die Hersteller nicht bessere Systeme bauen können oder wollen?“

Im Internet habe sich bedauerlicherweise ein Riesenmarkt entwickelt, sagt Polizeisprecher Paul Kemen, „ähnlich wie bei der Computerkriminalität. Sobald es neue Sicherungsmaßnahmen der Hersteller gibt, dauert es nicht lange, bis diese geknackt sind. Jeder Vorsprung der Computerindustrie ist immer schnell wieder eingeholt. Das spielt professionellen Tätern in die Hände.“

So wächst neben der Zahl der Autodiebstähle auch die Gefahr, dass arglose Kunden unwissentlich im Internet Hehlerware erwerben.

Den Anbieter genau zu prüfen, rät Paul Kemen. Und natürlich das Angebot selbst: „Wenn ein teures und normalerweise fest eingebautes Navi etwa zum Schleuderpreis feilgeboten wird, ist das verdächtig.“ Er warnt: „Da an gestohlener Ware kein Eigentum erworben werden kann, ist es durchaus möglich, dass ein solches Kaufobjekt bei einer Fahrzeugkontrolle auffällt und von der Polizei sichergestellt wird.“

Doch auch aus einem anderen Grund ist der Online-Erwerb von teuren Sonderausstattungsteilen nicht risikolos: „Im Internet werden beim Ersatzteilkauf mitunter Spuren hinterlassen, die es potenziellen Tätern mit einfachen Schritten ermöglichen, den Käufer ausfindig zu machen“, sagt Kemen. Um sich dann vor Ort umzuschauen, wo der besagte Wagen steht, in den das begehrte Teil eingebaut worden ist.

Paul Kemen: „Wir haben festgestellt, dass die Tätergruppen sehr konspirativ und meistens nachts agieren.“ Wer keine Garage besitzt, sollte deswegen besondere Vorkehrungen treffen.

Auch wer seinen Wagen nur mal kurz irgendwo abstellt, kann vorbeugen: Indem er die Fernbedienung für die Türverriegelung nicht etwa lässig aus 100 Meter Entfernung zum Wagen bedient. Denn ansonsten könnten Diebe sich mittels Funkunterbrechung unbemerkt zwischenschalten. In der Region komme dies zwar selten vor, andernorts aber wohl. Kemens Tipp: Die Fernbedienung unmittelbar am Wagen betätigen, hören, ob das Schließsystem reagiert – und das nochmals mittels Betätigung des Türgriffs überprüfen. Uncool aber immerhin eine Portion sicherer...

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