Keinerlei Interessenkonflikte: Wirtschaft und Alsdorf fördern

Von: Karl Stüber
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Der „Neue” an der Spitze der
Der „Neue” an der Spitze der Industrie- und Gewerbepark Alsdorf (IGA) GmbH: Dr. Axel Thomas will unter anderem das Gründerzentrum an der Joseph-von-Fraunhofer-Straße in der öffentlichen Wahrnehmung besser profilieren. Foto: Karl Stüber

Nordkreis. Wirtschaftsförderer der Städteregion Aachen bleiben und zusätzlich Geschäftsführer der Industrie- und Gewerbepark Alsdorf GmbH (IGA) werden? Wie passt das zusammen? Führt das nicht zu Interessenkonflikten? Dr. Axel Thomas sagt nein.

Zum Jahreswechsel hat er den neuen Job übernommen. Ende Januar ist der Geschäftsführer der WFG Städteregion Aachen mbH mit vier Kollegen vom bisherigen Standort in Würselen in Räume des IGA-Gründerzentrums an der Joseph-von-Fraunhofer Straße umgezogen. „Die Bürgermeister der umliegenden Städte brauchen sich keine Sorgen machen. Wir werden das hier professionell ausüben”, versichert Dr. Thomas im Gespräch mit unserer Zeitung. Er nehme nicht zum ersten Mal „Doppelmandate” wahr und habe bewiesen, dass er genau zu unterscheiden wisse.

Zudem verweist er auf das Beispiel Agit mbH samt Technologiezentrum am Europaplatz Aachen. „Die füllen ja auch nicht als erstes ihr eigenes Zentrum und kümmern sich dann um andere.” Durch konsequente Transparenz der Arbeit will Dr. Thomas die kommunalen Partner auf dem Laufenden halten. Alle Anfragen sollen offengelegt werden.

Der Umzug nach Alsdorf ist nicht zuletzt dem Aufsplitten der bisherigen WFG geschuldet. „Die Besteuerung der WFG ist vom Gesetzgeber präzisiert worden”, begründet er die Trennung zwischen investiver Wirtschaftsförderung und beratender Wirtschaftsförderung. Letztere Aufgabe nehmen die zwei bei der Städteregion verbleibenden Kollegen wahr - zudem auch die Organisation von Seminaren.

„Eingefroren” wird das bislang von der WFG bevorzugte Public-Leasing-Geschäft. „Wir betreiben derzeit kein Neukundengeschäft”, sagt er mit Blick auf geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Bis dahin hatte die WFG ihren Kunden bedarfsgerechte Gebäude erstellt und vermietet, so zum Beispiel der im Gewerbegebiet Hoengen ansässigen Gesellschaft für Industrieforschung mbH (GIF). Ungeachtet dessen wird die WFG sich weiterhin vermittelnd in Förder- und Ansiedlungsfragen engagieren. In Alsdorf hat Dr. Thomas nun zusätzlich das operative Geschäft der IGA übernommen.

Der „Neue” sieht dabei eine Reihe von Kosten sparenden Synergieeffekten, da die Infrastruktur gemeinsam genutzt werden kann. Die Geschäftsfelder wurden neu gefasst. So hat die Stadt Alsdorf ihr Gebäudemanagement neu organisiert. Bislang war die IGA hierfür zuständig, nun hat das die neu gegründete GSG Grund- und Stadtentwicklung GmbH unter Leitung des ehemaligen Stadtkämmerers Günter Jansen übernommen. Zuständig bleibt die IGA für das Gründerzentrum und den Industrie- und Gewerbepark Hoengen.

Das Gebäude des Gründerzentrums ist mittlerweile rund 20 Jahre alt. Hier will Dr. Thomas die öffentliche Wahrnehmung verbessern und das Konzept als Marke auf dem Markt positionieren. Dazu gehört auch eine bessere Außengestaltung inklusive Leuchtreklame und besserem Kunden- und Besucherleitsystem. Zurzeit ist das Gebäude wie Dornröschens Schloss arg zugewuchert. 90 Prozent der gut 5000 Quadratmeter Nutzfläche sind vermietet. Der neue Geschäftsführer will nun zügig mit den Mietern sprechen, um deren Vorstellungen und Bedürfnisse besser berücksichtigen zu können.

Viel zu tun gibt es auch für die weitere Vermarktung des Indus-trie- und Gewerbeparks Hoengen. Nicht zuletzt dank des Engagement der Frings-Gruppe sind von insgesamt 620.000 Quadratmetern vermarktungsfähiger Flächen 475.000 genutzt. Das lässt noch Spielraum für weitere, auch größere Ansiedlungen. Auch hier stellt Dr. Thomas ein Defizit in der Wahrnehmung und Bewertung ein.

„Das Selbstwertgefühl von Alsdorf definiert sich viel zu sehr über eine Einkaufstraße”, spielt er auf die Diskussion über das Zentrum an. Die Gewerbe- und Industrieflächen spielten dabei kaum eine Rolle. „Aachen ist stolz darauf, so eine Firma wie FEV Motorentechnik in der Stadt zu haben. Dass FEV in Alsdorf einen großen Standort hat, spielt hier kaum eine Rolle.”

IGA-Geschäftsführer Dr. Thomas soll sich zudem um die Vermarktung innerstädtischer Leerstände kümmern. „Und das in enger Kooperation mit der Kommune”, wie er sagt.

Der Handel folge in der Regel (neuen) Arbeitsplätzen, die für Wertschöpfung und entsprechendes Einkommen sorgen. Deshalb sei es wichtig, dass zum Beispiel auch am Annagelände neue Ansiedlungen erfolgen. „Wer da arbeitet, wird auch im Umfeld Geld ausgeben”, betont er.
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