Keine Mehrheit für noch mehr Parkplätze

Von: Georg Pinzek
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Die Verkehrsflächen vor St. Sebastian sind fertig ausgebaut: Nun muss das Areal vor der Kirchmauer noch gestaltet werden. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Fläche unmittelbar vor der Kirchmauer von St. Sebastian bleibt weiter ein Zankapfel. Nach dem Ausbau des Würselener Markts und der Verkehrsflächen vor dem „Dom“ ist ein stattliches asphaltiertes Areal übriggeblieben, das das Stadtbild an dieser prominenten Stelle wahrlich nicht bereichert.

Über eine Hochbebauung an dieser Stelle, wie einst von Stadtplanern skizziert, möchte aktuell niemand mehr reden, allenfalls wer als erster oder auch noch davor dagegen war . . . Wie dem auch sei, einig sind sich die Fraktionen im Rathaus, dass dieser Bereich so nicht bleiben soll. Eine Parkanlage können sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Straßenbau, Umwelt und Verkehr unter dem Vorsitz von Hans Carduck (FDP) gut vorstellen.

So beauftragten sie die Verwaltung, eine Konzeption samt Kostenschätzung spätesten bis zum Ende des Jahres zu präsentieren. Beim Technischen Beigeordneten Till von Hoegen, der bereits gegenüber unserer Zeitung eine Grünanlage befürwortet hat, rennt die Politik damit wohl offene Türen ein.

„Was können wir uns leisten?“

An der provisorischen Nutzung als Parkplatz, wie von der FDP beantragt, scheiden sich hingegen die Geister. Markierte Stellplätze fürs Blech an dieser markanten Stelle fanden jetzt noch nicht einmal bei allen Teilen des Jamaika-Bündnisses Gefallen. Die Grünen erteilten dem Wunsch gemeinsam mit der SPD und der UWG eine Absage. Die UWG wiederum fand mit ihrem Vorschlag eine Parkanlage mit vier, fünf Parkplätzen dort anzulegen, ebenfalls keine Mehrheit im Ausschuss.

Markus Carduck (FDP) hatte zurvor vergeblich dafür geworben, die Fläche mit einfachen Mitteln für den geordneten Parkbetrieb herzurichten: „Wir wollen dem wilden Parken dort einen Riegel vorschieben.“ Langfristig sollte auf alle Fälle die Aufenthaltsqualität verbessert werden, dazu sollte die Verwaltung entsprechende Ideen vorlegen.

Mit einer provisorischen Lösung konnte Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich gar nichts anfangen: Wir wollen dauerhaft die Aufenthaltsqualität dort gesteigert sehen.“ Das sei lediglich mit einer Parkanlag plus Parkplätzen zu erzielen. SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers erinnerte daran, dass der Innenstadtumbau aus dem Programm „Stadt macht Platz – NRW macht Plätze“ gefördert worden sei: „Es war garantiert nicht so gemeint: NRW macht Parkplätze, denn die ziehen mehr Verkehr in diesen Bereich. Das Gegenteil ist aber gewollt.“

Außerdem: „Nichts hält so lange wie ein Provisorium.“ Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Renate Knauf, sprach sich entschieden gegen gegen eine Asphalt- oder Betonwüste als Pkw-Stellfläche aus. „Wir brauchen dort eine schöne Platzgestaltung“, forderte auch sie entsprechende Konzepte bei der Verwaltung ein.

Für CDU-Sprecher Malthasar Tirtey stand außer Frage, dass „ein Parkplatz langfristig keine Lösung sein kann. Für uns ist das unvorstellbar. Bis wir aber eine vernünftige dauerhafte Lösung haben, sollten wir die Fläche zum Abstellen von Autos nutzen. Wir brauchen gute Konzepte, keine Schnellschüsse. Vor allem müssen wir dann sehen, was wir uns leisten können.“ Als „Hausnummer“ für die Gestaltung der Fläche als Parkanlage sei bereits vor Jahren ein Betrag von etwa 250 000 Euro im Rathaus als durchaus realistisch genannt worden.

Wiederholt wurde von Sprechern im Ausschuss bedauert, dass die Pfarrei St. Sebastian mit ihren Planungen für die Immobilien auf der „Sebastianus-insel“ weiterhin auf sich warten lasse, zumal ein Investor bereits vor geraumer Zeit Bereitschaft signalisiert hatte, bei einer neuen Bebauung auch das Umfeld mit einer Parkanlage zu verschönern.

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