Keine Kandidatur: Peter Strauch hört auf

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
11285970.jpg
Der Löwe, na klar. Baesweilers Wappentier hat Peter Strauch in seinen 24 Jahren im Rathaus schätzen gelernt. Den vor der Burg mag er besonders – denn deren Ausbau zum Kulturzentrum vor zehn Jahren hat sich gelohnt. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Keine Straße und kein Platz, keine Gasse und kein Kanal, den Peter Strauch in Baesweiler nicht kennt. Klar, schließlich hat er vieles davon mit auf den Weg gebracht. Seit 24 Jahren hat er als Technischer und seit 23 Jahren auch als Erster Beigeordneter die Entwicklung der Stadt im Blick. Doch bald nicht mehr. Denn der 57-Jährige will keine vierte Amtszeit antreten und verzichtet auf erneute Kandidatur im April.

Am 26. April steht das Votum im Rat an, doch Strauch sagt schon jetzt: ohne mich. Keine Entscheidung, die man mal eben so trifft, wie er betont. „Ich trage das schon seit längerem mit mir herum“ – und das blieb Bürgermeister Dr. Willi Linkens nicht verborgen. Hinter den Kulissen hat er seit Monaten versucht, seinen „wichtigsten Mann im Rathaus“ noch umzustimmen. „Ich hab‘ ihn täglich bearbeitet, damit er bleibt. Ich habe das nie aufgegeben“, sagt Linkens bedauernd.

Was diesem Satz folgt, ist pures Lob – und zwar vom Feinsten: äußerst engagiert, zuverlässig, loyal, ideenreich – all das sei Peter Strauch. „Ein Kollege, mit dem man absolut vertrauensvoll zusammenarbeiten kann!“ Blind, wie er betont. „Nach wenigen Jahren war es so, dass wir uns selbst bei großen Projekten kaum abstimmen mussten. Man wusste einfach, wie der andere tickt.“

Peter Strauch tickt bürgernah. Zwar kennt der Bauingenieur sich bestens mit Fachbegriffen aus, doch kann er sie locker-flockig übersetzen. Wenn er bei einem Bürgerabend die nötigen Schritte eines Bebauungsplanverfahrens erklärt, weiß anschließend jeder im Raum: na klar, so ist das! Linkens geht noch weiter: „Er ist sogar in der Lage, den Bürgern eine Entscheidung, die ihnen vielleicht nicht so gefällt, so darzulegen, dass sie zumindest Verständnis dafür haben.“ Charisma – auch das zeichnet Peter Strauch aus.

Seine Wahlbilanz: makellos. 1992 wurde Strauch als Parteiloser einstimmig gewählt. Ebenso einstimmig fiel das Votum 2000 und 2008 aus. Da war er schon lange Mitglied in der CDU. Naheliegend in Baesweiler, könnte man sagen – doch dort hat Peter Strauch nie gewohnt. Seine Heimat war Waldfeucht-Haaren, seit 2012 lebt er in Würselen. So konnte er beruflich zwar bestens vertraut mit der Stadt sein, „aber nicht fixiert auf sein Wohnumfeld, oder einen bestimmten Ortsteil“. Professionellen Abstand wahren, könnte man dazu sagen. Aber ganz dicht dran war er stets, wenn es Projekte zu stemmen galt. Den Carl-Alexander-Park zum Beispiel. Auf den ist er besonders stolz. „Einen Deutschen Landschaftsarchitekturpreis gewinnt man nicht einfach so“, sagt er mit Blick darauf, dass die Umgestaltung des Zechenareals ein gehöriger Kraftakt war. Auch die jüngste Umgestaltung des Settericher Ortskerns und vor einigen Jahren die des Reyplatzes – das sind Dinge, die auf seiner Erfolgsliste ganz oben stehen. Und dann die vielen kleinen Dinge. „Wenn man einen Löwen auf eine Stange auf einen Kreisverkehr setzen kann, dann hat das auch was. Eine tolle Außenwirkung.“

Warum er dann im April geht? „Weil ich einfach keine ganze Amtszeit mehr machen möchte.“ Sich noch einmal auf acht Jahre festlegen – das erschien ihm zu lange. Zur Ruhe setzen will er sich nicht, „eine neue berufliche Herausforderung ist sicher reizvoll“ – doch konkret wird er in diesem Punkt noch nicht.

Festgelegt hat sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung: Die Stelle des Technischen Beigeordneten wird neu besetzt, dazu fiel ein einstimmiges Votum. Die Bewerbungsphase läuft nun an. Möglichst noch etwas einarbeiten möchte Peter Strauch seinen Nachfolger. Und so ganz wird er Baesweiler nicht aus den Augen verlieren. „In der Innenstadt stehen im Integrierten Handlungskonzept noch einige Veränderungen an. Das bleibt ein spannender Prozess.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert