Kein Wintermärchen ohne diesen Nikolaus

Von: Stefan Schaum
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Die weiße Haarpracht will gerichtet sein: Ludwig, der Nikolaus, legt bei seinen Aufritten auf dem Alsdorfer Weihnachtsmarkt Wert auf gutes Aussehen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Kommen Sie dem Nikolaus bloß nicht mit dem Weihnachtsmann! Dann geht ihm nämlich glatt der Hut hoch. „Weihnachtsmann, wenn ich das schon höre! Den gibt es doch gar nicht wirklich.”

Sondern bloß ihn, den Nikolaus, jawohl. Der Mann mit dem weißen Bart und der Bischofsmütze beruft sich gerne darauf, eine historisch verbriefte Person zu sein - und keine Erfindung der amerikanischen Werbeindustrie.

Wobei jetzt freilich auch er nicht der Nikolaus ist. Also: der echte. Sondern eine Art Stellvertreter. Nennen wir ihn doch einfach einmal Ludwig - der Nikolaus des Alsdorfer Wintermärchens.

Seit 13 Jahren gibt es den Weihnachtsmarkt an der Burg, und seit 13 Jahren gibt es dort Ludwig, den Nikolaus. Seine täglichen Auftritte sind ein echter Publikumsmagnet geworden. Einen weißen Bart trug er aber schon zum ersten Mal, als er gerade 20 Jahre alt war.

Damals hatte er als Nikolaus die Pfadfinder des Alsdorfer Stamms St. Georg besucht. „Das hat mir immer schon viel Spaß gemacht. Die leuchtenden Augen der Kinder zu sehen, wenn sie von mir Geschenke bekommen.” Mit leeren Händen steht der mittlerweile 59-Jährige auch heute nicht da. Dank einiger - ganz weltlicher - Sponsoren und der Alsdorfer Aktionsgemeinschaft ist der Gabensack zur täglichen Nikolaus-Show auf dem Weihnachtsmarkt gut gefüllt.

Die Menge teilt sich

Im Schnitt drängen sich gut 100 Kinder dicht an die Bühne heran, wenn der Nikolaus dort hinschreitet. Ehrfurchtsvoll teilt sich dann die Menge, wobei so manches Kind versucht, noch rasch sein Gewand zu streicheln oder ihm eine Hand zu reichen. Dann beugt sich der Nikolaus hinab und spricht mit warmer, sanfter Stimme. Ob das Kind auch immer brav gewesen sei? Aber sicher doch! Mahnende Worte braucht der Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt deshalb nur selten, auch einen Knecht Ruprecht hat er nicht zur Seite.

Im Grunde nimmt er einfach Platz in seinem großen Sessel auf der Bühne und überlässt seinen fleißigen Helfern die Arbeit. Die haben viel zu tun, wenn die Kleinen auf die Bühne stürmen. Tüten müssen verteilt werden und die Ströme der Kinder so koordiniert, dass jedes kurz am Nikolaus vorbeigehen kann und anschließend auch wieder von der Bühne herab und zu seinen Eltern findet.

Persönliche Worte

Sollte der Andrang einmal nicht so groß sein, hat der Nikolaus Zeit für ein paar persönliche Worte an die Kinder. Im Lauf der Jahre haben ihm Eltern schon etliche Spickzettel zugesteckt. Damit der Nikolaus auch nicht vergisst, welches Kind etwa sein Zimmer nicht aufräumt oder welches böse zu seinen Geschwistern war. Oder eines loben kann, wenn es besonders fleißig im Haushalt mithilft.

Spickzettel

All diese Zettel hat der Nikolaus behalten und wird sie in ein paar Jahren wohl noch einmal gründlich lesen. Denn wenn es mit seinen Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt zu Ende sein sollte („Ich will das aber noch eine ganze Weile lang machen”), möchte sich Ludwig, der Nikolaus des Wintermärchens, gern selbst ein Geschenk bereiten. „Ich würde gern ein Buch über diese Zeit schreiben.” Den Titel hat er schon parat: „Meine Erlebnisse als Nikolaus”. Nikolaus, nicht Weihnachtsmann.

Gut 60 Buden und Lichterglanz erwarten die Besucher

Der Nikolaus wird den Alsdorfer Weihnachtsmarkt an der Burg noch des öfteren besuchen. Bis Sonntag, 5. Dezember, ist die Budenstadt täglich ab 16 Uhr geöffnet.

Ab 17 Uhr liest Märchenonkel Franz-Josef Kochs Kindern auf der Bühne Geschichten vor. Anschließend beginnt gegen 18 Uhr die Nikolaus-Show, bei der Nora Morsch (Bild) mit den Kindern spielt und singt, bevor der Nikolaus die Bühne betritt.

Gegen eine Schutzgebühr von einem Euro können Eltern eine Wertmarke kaufen, die die Nikolaus-Helfer in eine prall gefüllte Gabentüte umtauschen.

Rund 60 Buden und Lichterglanz im Park laden zu einem Bummel auf dem Weihnachtsmarkt ein.

Ein „Wintermärchen-Express” verbindet das Burggelände mit dem Zentralparkplatz. Die Fahrt mit dem Planwagen kostet 50 Cent.

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