Kein schöner Anblick: Schrottplatz wird noch länger geduldet

Von: Karl Stüber
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Altmetall, wohin das Auge blickt: Auf dem Schrottplatz von Franz Plum am ehemaligen Güterbahnhof in Alsdorf gehört es zum Arbeitsalltag, angeliefertes Material nach Sorten zu trennen und für den Weiterverkauf transportfähig zu machen. Foto: Karl Stüber
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Derzeit nicht gerade ein Aushängeschild für Alsdorf: das Gelände der Schrotthandlung an der Strecke der Euregiobahn. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Was wird nun eigentlich mit dem Schrottplatz des Unternehmers Franz Plum in Alsdorf? Bagger sind dort schon mal zu sehen, die Schrottberge bewegen und aufräumen, aber das Erscheinungsbild hat sich für Außenstehende noch nicht wesentlich verändert.

Dabei putzt sich die Stadt Alsdorf im Umfeld heraus. Das Energeticon wird zur Dokumentationsstätte in Sachen Energie ausgebaut, im Mai folgt der erste Spatenstich für das Kultur- und Bildungszentrum, Gewerbeflächen finden Abnehmer, in kleinen Schritten wird die Wohnbebauung auf dem Annagelände dichter und an der Ausfallstraße Richtung Herzogenrath sind die Tage der leer stehenden Arbeiterhäuser gezählt.

Eigentlich wollte die Städteregion Aachen die Nutzung des Geländes in Nähe des ehemaligen Güterbahnhofs gegenüber dem Annagelände als Schrottplatz nur bis zum 30. Juni unter der Auflage erlauben, dass der Standort nach dem aktuellen Stand der Technik und des Umweltschutzes ertüchtigt wird. Hierfür müssen die Außenflächen neu organisiert und Lagerhallen errichtet werden, auch um das Orts- und Landschaftsbild zu verbessern. Lärm und Sichtschutz sind Thema. Mehrfach wurden bereits Termine verschoben, mussten weitere Detailfragen geklärt werden.

Der Leiter des Umweltamtes der Städteregion, Thomas Pilgrim, sagte auf Anfrage, dass das Ganze auch weiter auf sich warten lassen wird und er angesichts der Gründe kein großes Problem habe, das etwas länger zu dulden, da sich nun etwas nachvollziehbar tue. Hintergrund ist die Klärung der Altlasten-Frage auf dem insgesamt rund vier Hektar großen Grundstück.

Ursprünglich gehörten Plum nur 1,5 Hektar. Mittlerweile hat er 2,5 Hektar vom Eschweiler Bergwerks-Verein (EBV) hinzugekauft. Vor allem geht es immer noch um die Frage, was ein Vornutzer, die Rütgers-Werke AG, bei der Verarbeitung von Steinkohlenteer von der benachbarten Kokerei an Schadstoffen im Boden hinterlassen hat (siehe Info).

Laut Pilgrim legt diese Woche die DMT GmbH&Co. KG (Deutsche Montan Technologie), ein Ingenieur- und Consultingunternehmen, dem Umweltamt der Städteregion ein entsprechendes Gutachten vor. Das, so der Amtsleiter weiter, müsse natürlich erst einmal durch sein Haus analysiert und bewertet werden. Zudem müsse man dann Unternehmer Plum die Gelegenheit einräumen, sein Konzept gegebenenfalls anzupassen und den notwendigen Antrag zu ändern, auch wenn es nun möglichst zügig vorangehen soll.

Abweichende Vorstellungen

Zudem weist Pilgrim darauf hin, dass die Stadt Alsdorf noch nicht das notwendige Planungsrecht geschaffen hat. Seines Wissens nach sollte sich Ende 2013 ein Fachausschuss damit befassen. Der Tagesordnungspunkt sei jedoch abgesetzt worden.

Danach befragt, bestätigte dies Rechtsassessor Hans-Peter Hermanns. Neben Aspekten des Lärmschutzes hake es vor allem an Fragen der Erschließung des Schrottplatzes. Derzeit sei dies im Bereich des alten EBV-Parkplatzes provisorisch geregelt. Nicht alle Vorschläge der Verwaltung seien aufgegriffen worden, deutete Hermanns abweichende Vorstellungen des Schrott-Händlers an, der seinerseits in dieser Angelegenheit einen Gutachter hinzugezogen habe. Intensiv werde in Gesprächen unter Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau versucht, eine Lösung zu finden.

Ulrike Plum, Tochter des Unternehmers sowie Prokuristin und Junior-Chefin, ließ auf Anfrage unserer Zeitung wissen, erst nächste Woche zum Thema Stellung zu nehmen.

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