Kein großer Kulturschock für Austauschschüler aus USA

Von: Daniel Gerhards
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Kultureller Austausch: Paris L
Kultureller Austausch: Paris Lind Conner (3.v.l.) und Anya DiMeo Dod (4.v.r.) fühlen sich bei den Gasteltern Michaela Bougé (2.v.l.), Achim Bougé (3.v.r.) und Ulrike Ermert (r.) und den Gastgeschwistern Moritz Bougé (l.) und Linus Bougé (2.v.r.) wohl. Das freut den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (4.v.l.). Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf/Würselen. Als Anya DiMeo Dod und Paris Lind Conner nach Deutschland kamen, war das kein großer Kulturschock für die beiden Amerikanerinnen. Die Leute unterscheiden sich gar nicht so stark von denen in den USA, meinen die beiden Schülerinnen aus Oregon. Seit August leben sie bei ihren Gastfamilien in Würselen und Alsdorf.

Angereist sind die beiden im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP). Sie leben in ihren Gastfamilien, gehen in die Schule und lernen eine Menge deutsche Jugendliche kennen. Dabei gab es zunächst ein paar Verständigungsschwierigkeiten. Doch die sind mittlerweile ausgeräumt. „Ich hatte in den USA ein bisschen Deutsch in der Schule gelernt, aber das meiste wieder vergessen, bevor ich nach hier gekommen bin”, sagt Anya DiMeo Dod. Paris Lind Conner sprach noch so gut wie gar kein Deutsch, als sie in Alsdorf ankam. Doch schon nach wenigen Wochen können sich beide fließend verständigen. Und sie büffeln fleißig weiter: In der Schule und in Kursen bei der Volkshochschule.

„Die Sprache ist schon schwer. Es gibt viel mehr Grammatik als im Englischen”, sagt Anya DiMeo Dod. Dennoch kommen sie gut in der Schule zurecht. Der Englischunterricht ist für die beiden verständlicherweise die leichteste Übung. „Mathe ist ein wenig schwieriger als in den USA”, sagt Paris Lind Conner. Das liege wohl am unterschiedlichen Aufbau der Fächer dies- und jenseits des Atlantiks. Mit ihren Gastfamilien verstehen sich die beiden prima.

Ulrike und Markus Ermerts Tochter befindet sich derzeit auf einem Schüleraustausch in den USA. Da bot sich die Gelegenheit, Anya DiMeo Dod aufzunehmen. „Wir hatten ja ein Zimmer und einen Platz im Auto frei - so holen wir uns auch ein Stück USA nach Hause”, sagt Ulrike Ermert. Bei Michaela und Achim Bougé musste zunächst etwas Platz für Paris Lind Conner geschaffen werden. Die beiden Söhne Linus und Moritz zogen kurzerhand in ein Zimmer, damit die Gastschwester genug Raum hat.

Beeindruckt waren die beiden Schülerinnen von den historischen Gebäuden in Aachen, Köln oder im Kommerner Freilichtmuseum. „Die Gebäude sind so alt. So etwas Altes gibt es in den USA gar nicht”, sagt Anya DiMeo Dod.

Gut gefällt ihnen auch der öffentliche Personennahverkehr. Mit Bussen und Zügen können sie ihre Umgebung erkunden. Paris Lind Conner: „Das haben wir in den USA nur in den großen Städten. Auf dem Land gibt es das gar nicht. Da kann man ohne Auto nichts machen.”

Die Stipendiaten werden von einem Bundestagsabgeordneten als Paten betreut. Die beiden Amerikanerinnen hat das Alsdorfer Bundestagsmitglied Helmut Brandt (CDU) begrüßt. Er wirbt gern für den Austausch. „Wer einen der Austauschschüler bei sich aufnimmt, erweitert seine Familie für ein Jahr um ein internationales Mitglied und erlebt die andere Kultur ganz persönlich”, sagt er.

Im Sommer werden neue Jugendliche anreisen. Die 15- bis 18-jährigen Austauschschüler werden im August oder September zu ihren Gastfamilien kommen. Sie besuchen eine örtliche Schule, teilen den Familienalltag und lernen so die deutsche Kultur und Sprache kennen. Dafür werden noch Familien gesucht. „Grundsätzlich ist jede Familie für die Aufnahme eines Austauschschülers geeignet - ob berufstätig, allein erziehend, ob mit Kindern oder ohne”, sagt Brandt.
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